Tag 1 – Der Beginn einer neuen Reise…
… ist immer etwas spannendes. Und so auch der Beginn dieser Reise: Nachdem ich mit Fabian bereits eine Woche bei bestem Wetter in der wunderschönen Normandie verbracht habe, sah der Plan für heute vor, Fabian in Paris abzusetzen, von wo er mit dem TGV nach Hause fahren kann. Dafür ist Dennis, der mal wieder mein Reisepartner sein wird, um halb elf in Paris eingereist, ebenfalls via Schiene. Zu dritt aßen wir noch ein Baguette nahe des Bahnhofs und haben dann Fabian aus unser kurzen Zusammenkunft verabschiedet. Der personelle Austausch war also geglückt und wir lagen gut im Zeitplan, um die Fähre um 18:20 Uhr von Calais nach Dover zu nehmen. Auf der britischen Insel angekommen werden wir dann erstmal zwei Nächte in einem Hotel in London verbringen und dann in Richtung Schottland aufbrechen, wo wir die Highlands erkunden möchten. Einen genaueren Plan als dies gibt es noch nicht, der Rest ergibt sich auf der Reise.
Als Dennis und ich nun im Tesla saßen und uns den Weg aus dem 36°C heißen Moloch von einer Stadt heraus bahnten, die hauptsächlich aus Beton zu bestehen schien, stellte ich Dennis eine unscheinbare Frage, deren Tragweite ich im Moment der Aussprache noch nicht erfassen konnte und auf die ich eigentlich nur eine einzige Antwort hören wollte: „Hast du deinen Reisepass dabei?“ Als Antwort bekam ich nur Stille. Ein Blick nach rechts zeigte mir Dennis‘ gequälten Gesichtsausdruck, der nichts gutes verhieß. Schweigen macht sich im Fahrzeug breit. Ich musste die gegebene Information, die sich aus der Stille ergab, erstmal verarbeiten und fragte nochmals nach, um ein potentielles Missverständnis aus dem Weg zu räumen: „Ja? Nein? Vielleicht?“ Dann die wurde die Antwort, die zuvor bereits in der Luft schwebte, von Dennis kleinlaut ausgesprochen: „Daran habe ich tatsächlich nicht mehr gedacht“. Wieder Schweigen. Meine Gedanken drehten sich um die Konsequenzen dieser Aussage und die möglichen Lösungswege, die sich nun ergaben.
Nach der Überwindung des ersten Schockmoments informierte sich Dennis schnell online über die Möglichkeiten einer Einreise nach Großbritannien ohne Reisepass und kurzum gesagt: Es gibt keine. Der Reisepass ist seit dem Brexit zwingend notwendig. Das wissen wir auch beide, da wir vor Reise antritt bereits die Einreisegenehmigung ETA beim britischen Staat beantragt haben, wozu wir auch den Reisepass benötigt haben. Also war klar: Irgendwie muss Dennis seinen Reisepass beschaffen, der gemütlich zu Hause in der WG liegt. Dazu blieben uns mehrere Optionen: Erstens: Dennis fährt mit dem Zug nochmal zurück nach Hause, holt den Reisepass und kommt wieder nach Paris, worauf wir mit der Fähre übersetzen können. Zweitens: Dennis fährt mit dem Zug nach Hause, holt den Reisepass, während ich allein mit der Fähre übersetze und Dennis fliegt morgen nach London, wo ich ihn abhole. Drittens: Wir schwenken unsere Route gen Osten und fahren nach Knittlingen, übernachten dort und fahren morgen nach Calais, um morgen Abend mit der Fähre überzusetzen. Schnell wägten wir die Optionen gegeneinander ab und entschieden uns für die dritte Variante, da diese insgesamt einen ähnlichen Zeitverzug, aber am wenigsten Geldverlust bedeutete. Ein kurzfristig gebuchtes Zugticket Paris – Karlsruhe kostet etwa 120€ und ein Flug wäre noch teurer geworden. So würden wir zwar einige Stunden mehr auf der Straße sein und viele Kilometer zurücklegen, aber der Kostenfaktor liegt in diesem Fall weit geringer als bei Verwendung der öffentlichen Verkehrsmittel. Nach einem Anruf bei der Fährgesellschaft konnten wir die Fähre für eine geringe Zusatzgebühr auf den morgigen Tag umbuchen und schon befanden wir uns auf dem Weg. Zwar eigentlich auf dem falschen, aber immerhin auf dem Weg. Die unerwartete Fahrt in Richtung Heimat verlief dafür problemlos und gegen 22 Uhr kamen wir an unserem gemeinsamen Zuhause an. Dies hatte nun den Vorteil, dass ich nochmals Klamotten austauschen konnte, da ich ja bereits eine Woche unterwegs gewesen war, und wir nochmals duschen konnten.
Und so liegen wir noch einmal in unseren eigenen Betten und haben nochmal eine Nacht zu Hause. Da sieht man mal wieder, dass man noch so viel planen kann und doch kann immer etwas schief gehen. Aber halb so wild, wir sehen es entspannt und freuen uns umso mehr, dass es morgen früh dann so richtig los geht. Bis dahin.
Ich freue mich über jeden Leser, der unsere Reise auf diesem Wege verfolgt, danke fürs vorbei schauen. Vermutlich wird es für diesen Trip keine täglichen Einträge geben, sondern eher sporadische. Viel Spaß beim Lesen!
Tag 2 – Die Anfahrt
Der heutige Tag startete um halb sieben mit einem Kaffee in der heimischen Küche und einem Einkauf im Edeka. Wir statteten uns mit einigen Basics und aus und räumten bei der Gelegenheit gleich noch das Auto in Reisebereitschaft um.

Dann ging es auch schon los und wir legten die ersten Kilometer in Richtung Calais zurück. Dabei lief alles wunderbar, wir kamen gut voran und legten bei Köln unseren ersten Ladestopp ein. Danach wurde der Verkehr deutlich zäher, wir mussten einen Unfall umfahren und kamen mehrfach in stockenden Verkehr. Der Weg führte uns durch ein Stück der Niederlande, durch Belgien und schließlich nach Frankreich, wo die Temperaturen sichtlich immer weiter fielen. Durch die Verzögerungen on the Road sahen wir schon, dass der Zeitpuffer immer weiter geschrumpft war und wir nun etwa 15 Minuten nach der auf der Buchungsbestätigung angegebenen spätesten Check-In Time ankommen würden. Als wir schließlich in den Hafen von Calais einfuhren und zum ersten Checkpoint kamen, wurde uns gesagt dass wir zu spät seien und nun die nächste Fähre nehmen werden müssen, die etwa zwei Stunden später gehen wird. Dies nahmen wir so hin und fuhren durch diverse weitere Checkpoints samt dreifacher Passkontrolle und Kofferraumkontrolle. Die Wartezeit verbrachten wir mit einem Spaziergang über das Hafengelände bei herrlichen 24°C und Sonnenschein, mit ein paar Youtube-Videos und mit einem Müsli.

Als schließlich um 20:40 Uhr die uns genannte Abfahrtszeit gekommen war, war noch weit und breit keine Fähre zu sehen. Ein schneller Blick auf schiffsradar24.de zeigte uns, dass es noch ein wenig dauern würde, bis die Fähre ankommt und das entladen und wieder beladen dauert ja auch seine Zeit. Also war die Sonne gerade am untergehen, als gerade die Fähre in den Hafen gefahren kam und bis sie schlussendlich ablegte war es 22 Uhr, also hatten wir 1,5h Verspätung. Bei 90 Minuten Fahrt kamen wir also um 22:30 Uhr Ortszeit (1h Zeitverschiebung) in Dover an und rollten von Bord. Durch unsere lange Wartezeit im Auto in Calais war unser Rest-Akkustand mittlerweile auf 3% gesunken, was uns dazu veranlasste, auf direktem Wege den Supercharger in Dover aufzusuchen, der zum Glück in unmittelbarer Nähe zum Hafen lag. Dabei durfte Dennis das erste Stück auf der ungewohnt „falschen“ Straßenseite fahren, was natürlich ungewohnt war, aber von ihm mit Bravour gemeistert wurde. Die Einheiten im Auto stellten wir auf Meilen um, damit das ständige umrechnen wegfällt und am Supercharger hatten wir noch 4 Meilen Restreichweite. Knappes Ding.

Nach dem Aufladen des Akkus ging es nun an die letzte Etappe unseres langen Tages, und zwar den Weg nach London ins Hotel, in dem wir zwei Nächte eingebucht sind. Wir hatten im Voraus online einen Parkplatz in der Nähe des Hotels gebucht, den wir nun direkt ansteuerten. Die über eine Strecke von 20 Meilen immer dichter werdende Bebauung ließ erahnen, dass wir uns dem Zentrum Londons immer weiter näherten und als wir schließlich im Stadtteil Victoria ankamen, waren wir mittendrin in dem Dschungel aus Straßen, Lichtern und Ampeln. Zum Glück war Uhrzeitbedingt nicht mehr allzu viel los auf den Straßen und als wir den Tesla auf dem gebuchten Parkplatz abstellen, schlug die Uhr bereits 2 Uhr (also 3 Uhr deutsche Zeit). Im Hotel angekommen fielen wir darum auch nur ins Bett und freuen uns auf den morgigen Erkundungstag vor Ort. Bis dahin.

Tag 3 – London

Nachdem wir ausgeschlafen und geduscht hatten, zogen wir los und nahmen bei der ersten Gelegenheit ein kleines Frühstück zu uns, bestehend aus einem Cappuccino und einem Croissant. Dann bahnten wir uns durch die Stadt und zogen ohne direktes Ziel umher, beobachteten Menschen und spazierten an der Themse entlang. Da wir beide schonmal in London gewesen waren, hatten wir keinen Drag dazu, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuklappern und wir ließen die Stadt auf uns wirken. Da wir an der Themse entlang unterwegs waren, kamen wir dann doch ganz automatisch an ziemlich vielen der Touristenspots vorbei. Das Tate Modern hat aktuell sein 25 jähriges Jubiläum und lockte mit gratis Eintritt in einigen Ausstellungen, die wir auch noch mitnahmen, uns aber nicht so überzeugten. Den Rest des Tages könnt ihr einfach den Bildern entnehmen:










Nach 26.000 zurückgelegten Schritten im sonnigen London genossen wir die Abkühlung, die die Abendluft mit sich brachte und genossen den nächtlichen Ausblick auf London. Dann waren wir auch froh über unser bequemes Bett im Hotelzimmer und brachten den Tag zu einem Ende. Morgen geht es dann wieder raus aus London und in Richtung Norden. Bis dahin.

Tag 4 – Way to Scotland
Nachdem wir ausgeschlafen und geduscht hatten, checkten wir aus dem Hotel in London aus und liefen zu einem nahegelegenen kleinen Café, wo wir einen Cappuccino bzw. Flat White zu uns nahmen. Dann holten wir uns noch etwas Wegnahrung in einem Tesco und traten die Fahrt nach Schottland an. Diese verlief einwandfrei, wir folgten der A1 „The NORTH“, die sehr gut ausgebaut ist und recht wenig befahren war. Nachdem wir auf Park4Night einen Schlafplatz an der Küste südlich von Edinburgh ausgesucht hatten, steuerten wir diesen direkt an und fanden einen kleinen Schotterplatz vor, auf dem bereits vier Camper standen. Wir stellten uns dazu und genossen den Sonnenuntergang, der ein sattes Farbenspiel bot. Zu Essen gab es noch Maggi Käsespätzle, um etwas Heimatgefühl aufkommen zu lassen. Die kochten wir unter dem konstanten geblöke von Schafen, die auf den Weiden um uns herum grasten. Mit dem wegwandern der Sonne hinter den Horizont ging auch die wärmende Wirkung ihrer Infrarotstrahlung verloren, die uns die letzten Tage umhüllt hatte und es wurde kühl. Zusammen mit dem Küstenwind ergab das eine unangenehme Kombination und wir aßen unsere Mahlzeit im Auto. 14 Grad zeigte nun das Thermometer, was einen starken Kontrast zu dem darstellte, was wir noch einen Tag zuvor in London erlebt hatten. Darum machten wir fix unseren Schlafplatz im Auto fertig und legten uns schlafen. Bis dahin.





Tag 5 – Ab ins Grüne
Heute morgen genossen wir den ersten Mokka-Kaffee unserer Reise und redeten eine Weile mit unserem Wohnmobil-Nachbarn, der sich gerade auf der Rückreise befand und uns noch ein paar Tips für sehenswerte Orte gab. Danach schauten wir uns die Karte und die Wettervorhersage an und beschlossen, in Richtung der Isle of Skye zu fahren.

Nach einem Einkauf in einem großen Supermarkt fuhren wir durchs Land und bestaunten die sich immer weiter verändernde Landschaft. Wunderbar schmiegten sich akkurat durch Mauern und Zäune abgegrenzte Felder und Schafsweiden an die küstennahen Hügel und die gestapelten Strohballen leuchteten golden in der Mittagssonne. Über den Tag hatte es angenehme 25°C und es wehte immer eine leichte Brise. Am Nachmittag beschlossen wir relativ spontan, unsere Tagesetappe abzukürzen und unser Lager früher aufzuschlagen, um den Abend noch mehr genießen zu können. Dennis fand einen sehr schönen Schlafplatz an einem kleinen Fluss, an dem wir unsere Hängematte spannten und etwas relaxten, bevor wir die am Vormittag gekauften Zutaten zu sehr leckeren Burgern verarbeiteten. Zum Sonnenuntergang flog Dennis noch mit seiner Drohne und so neigte sich der Tag auch schon dem Ende zu.









Tag 6 – Midges
Den heutigen Tag ließen wir gemütlich angehen, nach dem Frühstück nahmen wir noch ein erfrischendes Bad im Fluss, an dem wir unser Nachtlager hatten. Dann planten wir unser weiteres Vorgehen und beschlossen, weiter in Richtung Westküste zu fahren. Das Problem war nun, dass wir nicht mehr genug Strom im Akku hatten, um den nächsten Tesla Supercharger zu erreichen, die hier immer seltener wurden. Also suchten wir eine Alternative und wurden in einem kleinen Dorf auf unserem Weg fündig, wo eine oldschool Ladesäule stand, an der wir mit 50kW laden konnten. Da es dort auch noch einen coop Supermarkt gab, nutzen wir die Chance noch zum Einkaufen und fuhren dann weiter nach Fort Williams zum Supercharger.

Von dort aus hatten wir es nicht mehr weit bis nach Glenfinnan, wo wir einen Schlafplatz in der Nähe gefunden hatten. Dort befindet sich das Glenfinnan Viadukt, das bekanntermaßen in vielen Filmen vorkommt wenn es eine Szene mit schöner Eisenbahnfahrt geben soll. Am bekanntesten ist es vielen wohl aus den Harry Potter Filmen, wo mehrfach der Hogwarts Express darüberfährt. Am Platz angekommen stellten wir uns zwischen die anderen Camping-Vans und ich trat eine eine kleine Wanderung an, während Dennis einen Drohnen-Erkundungsflug startete. Mein Weg führte mich ein sehr steiles Stück die Highland-Hügel hinauf, an dessen Flanke ich dann entlangging, bis sich mir eine herrliche Aussicht auf die Landschaft drum herum bot.


Auf meinem etwa 90-minütigen Ausflug wurde auch schnell klar, dass die Region, so schön sie auch ist, im Sommer ein Problem mit sich bringt: Midges. Die kleinen Stechmücken schwirren hier zu zehntausenden durch die feuchte Landschaft und belästigen einen mit ihrer Anwesenheit, sobald man in ihre Nähe kommt. Die Stiche sind sehr schwach und kaum zu spüren, aber die Masse macht sie dann doch zu lästig, um sie zu ignorieren. So lief ich den Rückweg zum Auto unter ständigem Klatschen und Reiben, und am Auto angekommen flüchtete ich mich zu Dennis in den Innenraum. Alle anwesenden Camper befanden sich in ihren Fahrzeugen und hatten ihre Insektengitter und Türen verschlossen, mit herannahender Dämmerung schien sich die Präsenz der Insekten nochmals zu intensivieren. Zum Glück hatte Dennis sein Zelt bereits aufgebaut und so sprühten wir uns mit dem lokalen smidge-Spray ein, das wir gestern bereits besorgt hatten, als wir das erste Mal von dem Mücken-Problem gehört hatten und bereiteten uns noch ein Abendessen zu.

Als wir unser Essen im Auto verspeisten, bot sich uns noch ein schönes Spektakel, das sich vor unserer Windschutzscheibe abspielte: Ein Kleinwagen mit französischem Kennzeichen fuhr auf den Platz und stellte sich auf den letzten freien Stellplatz. Ein junges, stylisch gekleidetes Paar stieg aus, öffnete den Kofferraum und machte sich daran, eine Zeltausrüstung auszuladen. Schon währenddessen stürzten sich die Midges auf die neu angekommen Blutreserven, die ihnen offensichtlich besonders Appetit bereiteten. Nach wenigen Sekunden begann das Mädel wild mit den Armen zu fuchteln und zu rudern und unternahm sogar die verzweifelte Anstrengung, die Biester mit einer Jacke zu vertreiben. Das brachte natürlich gar nichts und das Paar wurde über den ganzen Parkplatz gejagt und rieb sich dabei unerlässlich an den Armen und Beinen. Schnell wurde das Spray herausgeholt und sich eingesprüht, aber es auch das schien wenig zu helfen, denn der verzweifelte und aussichtslose Kampf gegen die Midges ging weiter. So kam es, dass die beiden nur wenige Minuten nach ihrer Ankunft wieder in ihr Auto stiegen und davon fuhren. Nach diesem Spektakel blieben wir den Rest des Abends im Auto und stiegen nur nochmal aus, als Dennis ins Zelt ging und ich nochmal pinkeln musste und Zähne putzte. Als ich danach wieder ins Auto schlüpfte, fand ich etwa 200 Midges mit mir im Auto, die ich erstmal mit Hilfe einer Deckenleuchte an eine Stelle lockte und so nach und nach beseitigen konnte. Nachdem dieser Kampf gewonnen war, konnte ich in Frieden schlafen gehen. Bis dahin.

Tag 7 – Isle of Skye
Die meisten unserer Stellplatz-Nachbarn waren heute schon abgezischt, als wir aufstanden. Zum Frühstück gab es Rührei und nachdem alles gespült und eingeräumt war, fuhren wir in Richtung des Viadukts, wo Dennis noch die Überfahrt der Dampflokomotive aus der Luft filmte. Das war einerseits ein schöner Anblick, andererseits jedoch touristisch komplett überlaufen und als die Lok schließlich kam, sah man auf der Drohnenaufnahme, dass die Dampflok an der Front nur zur Schau angekoppelt war und künstlichen Dampf erzeugte, und die eigentliche Arbeit von einer Diesellok am Ende des Zuges verrichtet wurde. Nach dieser etwas ernüchternden Erkenntnis waren wir froh, dass wir nur Zuschauer von außen waren und keiner der hunderten Zuggäste, die ein Ticket für eine Dampflok kaufen, um dann von einer Diesellok durch die (immerhin sehr schöne) Landschaft geschubst zu werden.

Danach fuhren wir ganz gemütlich in Richtung der Isle of Skye, auf der wir nächste Nacht übernachten wollten. An den Linksverkehr hatten wir uns mittlerweile sehr gut gewöhnt und auf den Straßen war nicht so viel los. Nach ein paar kleinen Pausen an schönen Aussichtspunkten und einem Einkaufsstop, bei dem Dennis sich noch einen warmen Hot Dog als Zwischenmahlzeit kaufte, fuhren wir schließlich über die Brücke, die die Isle of Skye mit dem Festland verband.


Dann fuhren wir noch etwa eine Stunde auf sehr schönen Straßen über die Insel, bis wir in die Nähe unseres ausgesuchten Schlafplatzes kamen. Auf dem letzen Stück wurden die Straßen immer schmaler und die Ausweichmöglichkeiten immer weniger, was sich aber mit dem rapiden Rückgang des Verkehrsaufkommens deckte. Tatsächlich fanden wir den Parkplatz mitten im Nirgendwo komplett leer vor und wir genossen es, außer den herumgrasenden Schafen die einzigen zu sein.


Nachdem es heute morgen bedeckt war, schien am Nachmittag wieder perfekt die Sonne und es lag eine herrliche Kombination aus Sonne und Meeresbrise vor. Wir entspannten uns etwas in der Sonne und bereiteten schließlich unsere Mac’n’Cheese zu. Erfreulicherweise war heute weniger von den Midges zu bemerken, die uns gestern noch so zu schaffen gemacht hatten. Das mochte zum Teil daran liegen, dass wir unser Lager heute an keinem Fluss oder See hatten und zum anderen wehte hier oben ein stetiger Wind, der die Mücken in die Gräser trieb, da sie sonst weggeweht werden. Wenn der Wind mal kurz abebbte, dann merkte man sofort, dass die Midges nur darauf warten und man hatte wieder was zu klatschen. Wir beschlossen, gemeinsam einen Film im Auto zu schauen und beobachteten dabei den Sonnenuntergang. Dennis flog zwischendurch nochmals mit seiner Drohne und erkundete die Landschaft um uns herum. Irgendwann kam ein Kombi angefahren und gesellte sich zu uns auf den Parkplatz, von der Sprache klang es nach polnischer Herkunft.

Nach dem Film schließlich kamen wir zur Ruhe und bestaunten während des Zähneputzens noch den klaren Sternenhimmel, der hier im Norden ohne Lichtverschmutzung sehr schön zu sehen war. Mit diesem schönen Ausklang gingen wir schließlich zu Bett. Bis dahin.
Tag 8 – Im Wald
Zum Kaffee gab es heute Donuts, die wir in der Morgensonne verspeisten. Morgens ist es immer recht kühl, so dass wir unsere langen Sachen anziehen müssen. Nach dem Frühstück fuhren unsere polnischen Nachbarn davon und wir nutzten die Gelegenheit, um uns zu waschen. Dazu nutzten wir sogenannte Body Wipes, das sind große Feuchttücher, die dazu genutzt werden können, um den ganzen Körper damit zu reinigen – ein echter Gamechanger auf Reisen, wenn man keine Dusche zur Verfügung hat! So erfrischt planten wir unseren Tag und fuhren los über die Sonnengetauchte Isle of Skye, vorbei an den zahllosen Seen, durch dichte Wälder und an vielen Schafen und Kühen vorbei. Die langhaarigen Highland-Rinder, die man in den Highlands eigentlich mehr erwartet, waren dabei nur sehr selten zu sehen, was uns etwas verwunderte. Nach einiger Fahrt kamen wir in die Nähe von Perth, wo wir einen Stellplatz gefunden hatten. Dies stellte sich als schöner Waldparkplatz heraus, auf dem wir erstmal einen Kaffee kochten, den wir in der Nachmittassonne genossen. Dann trat ich einen Erkundungsgang an, während Dennis am Auto blieb. Meine Runde führte mich durch verschiedenste Waldabschnitte. Ich entdeckte dichten Nadelwald, dessen Boden mit weichem Moos bedeckt war, kahle Hügel, wo ein starker Sturm große Narben im Wald hinterlassen hatte und kam an Steilfelsen, an denen Kletterer unterwegs waren und an deren Fuße sich sogar eine kleine Höhle befindet. Ich denke, ich habe noch nie einen so abwechslungsreichen, sehenswerten, interessanten Waldabschnitt gesehen wie auf dieser etwa 5km langen Runde. Irgendwann verlor ich den Weg und fand ihn nur durch einen Blick auf die komoot-Wanderkarte wieder, da der gesamte Abschnitt von jungen Nadelbäumen überwachsen war. Mitten durch sie hindurch verlief ein schmaler Pfad, zum Glück waren die Nadeln der Bäume noch weich, sonst wäre das eine stachlige Angelegenheit geworden.





Nach meiner Rückkehr von dieser Erkundungstour stieß ich auf Dennis, der gerade das Abendessen zubereitete. Wir aßen asiatische Nudelpfanne und genossen die frische abendliche Waldluft. Danach schlossen wir den Tag mit ein paar Youtube Videos im Tesla ab und legten uns schlafen. Morgen wird ein besonderer Tag. Bis dahin.

Tag 9 – Edinburgh
Heute gab es nochmal Rührei zum Frühstück, dann packten wir unsere Sachen und machten uns auf nach Edinburgh. Bis dorthin war es etwa eine Stunde Fahrt. Da das parken in der Stadt unmöglich oder unfassbar teuer ist, parkten wir am Airport auf einem kostenlosen Park & Ride Parkplatz und fuhren mit der Bahn in die Innenstadt. Leider ging es Dennis die letzten Tage schon nicht ganz gut und heute fühlte er sich schwach und energielos. Darum entschied er sich kurzerhand, wieder zum Auto zurück zu fahren und sich eine Weile schlafen zu legen, um zu regenerieren. Ich hingegen zog los und lief durch die Innenstadt, sah mit die Straßen und die Leute an und aß Fries mit Cheddar. Ich schaute online, was Edinburgh an Museen zu bieten hatte und fand das Dynamic Earth Museum spannend, deshalb begab ich mich dorthin und durchwanderte es. In der Ausstellung ging es um die Entstehung der Erde, die verschiedenen Biome auf unserem Planeten und wie diese sich über die Zeit verändert haben. Es gab sogar einen „echten Eisberg“ in einem gekühlten Raum. War ganz spannend und mit vielen audiovisuellen und interaktiven Elementen gestaltet. Was cool war, war dass ich komplett alleine in der Ausstellung unterwegs war. So konnte ich alles in meinem Tempo ansehen und mir Zeit lassen. Am Ende der Ausstellung gab es noch einen Film im hauseigenen Planetarium, der aber eher auf Kinder ausgelegt war. War aber trotzdem voller interessanter Fakten über die Entstehung der Erde und des ersten Lebens.






Als ich gerade aus dem Gebäude lief und überlegte wie ich weiter machen möchte, klingelte mein Handy und Dennis rief an. Er hatte ein wenig geschlafen und fühlte sich fitter, so dass er zu mir in die Stadt kommen konnte. Nach dieser hervorragender Meldung verabredeten wir uns an einer Tram-Haltestelle und trafen uns dort. Wieder vereint schlenderten wir durch die Altstadt, aßen in einem Pub am Grassmarket und schauten uns die vielen Bars, Restaurants und Geschäfte an. Gegen 20 Uhr machten wir uns auf zum Edinburgh Castle, denn das Highlight des Tages stand noch aus: Wir hatten im Voraus Tickets für das Edinburgh Military Tattoo besorgt, das dieses Jahr sein 75. Jubiläum feiert. Nach der Taschen- und Ticketkontrolle kamen wir schnell auf den Vorplatz des Castle, wo die Tribünen auf uns warteten. Die Show ging etwa 90 Minuten und bot abwechslungsreiche Darstellungen von Militärbands aus aller Welt, darunter natürlich die großen schottischen Dudelsack-Ensembles und die Schweizer Top Secret Drum Corps, die ihre Präzision zur Schau stellten. Jeder Act war untermalt mit Lichteffekten und die Burg wurde durch Projektoren angestrahlt, am Ende gab es eine Drohnenshow und ein kleines Feuerwerk.




Nach der Show fuhren wir mit der fast leeren Tram wieder in Richtung Park & Ride Parkplatz, als am Footballstadium die Bahn plötzlich komplett aufgefüllt wurde. Heute war nämlich auch das Abschlusskonzert von ACDC Europatour in Edinburgh statt und auch diese Konzertgänger hatten in Scharen auf dem Parkplatz geparkt. Als wir wieder am Auto waren, war es bereits 0:30 Uhr und wir hatten noch eine Stunde Fahrt vor uns, bis wir wieder ab dem Platz waren, den wir an Tag 4 bereits besucht hatten. Wir stellen uns zu den dort parkenden Wohnmobilen und gingen zu Bett. Morgen wollen wir einen Campingplatz anfahren. Bis dahin.
Tag 10 – Ein ruhiger Tag
Der heutige Blogeintrag wird kurz ausfallen, da wir heute nicht viel unternommen haben. Nach dem morgendlichen Kaffee und Frühstück sind wir ein Stück südlicher gefahren, waren einkaufen und Dennis war in einer Apotheke und hat sich etwas gegen seinen Husten geholt. Dann sind wir zu einem Campingplatz gefahren, der uns aber abgewiesen hat, da dieser während der englischen Ferienzeit Gäste erst ab 3 Übernachtungen annimmt. Daraufhin informierten wir uns online und fanden einen Campingplatz zehn Meilen weiter, der noch freie Plätze hatte und bei dem wir auch eine einzelne Nacht bleiben konnten. Also fuhren wir dort hin und konnten eine heiße Dusche genießen und unsere Wäsche waschen und trocknen. Den Rest des Tages verbrachten wir mit ausruhen, kochen und spazieren gehen an den Seen, die neben dem Campingplatz lagen.





Wir befinden uns jetzt mitten im ländlichen Nordengland, um uns herum sind Felder, Wiesen und Weiden, auf denen Schafe und Rinder grasen. Die Erntezeit ist vorbei und auf den Stoppelfeldern liegen tausende Strohballen, die auf Abholung warten. Da wir beide ziemlich fertig von dem langen Tag gestern waren, gingen wir heute früh schlafen. Mal sehen wie es morgen weiter geht. Bis dahin.
Tag 11 – Feuerwerk
Dennis ging es heute zunehmend besser, jedoch schmeckt er nichts mehr. Naja. Nach dem Kaffee genossen wir nochmals eine heiße Dusche, bevor wir den Campingplatz verließen. Dann fuhren wir zum Bamburgh Castle, wo wir einmal drum herum spazierten und das eindrucksvolle Bauwerk von außen betrachteten. Für die Ausstellungen im Innern gab es keine Tickets mehr, das interessierte uns aber auch nicht so.


Danach fuhren wir weiter die Küste entlang nach Süden und legten kurz nach Newcastle einen Pizza und Einkaufsstop ein. Wir kehrten in einem Restaurant ein, in dem zur Mittagszeit ein „3-Gänge-Menü“ für 10 Pfund angeboten wurde. So bekam ich zur Vorspeise in Knoblauchsoße angebratene Champignons, zum Hauptgang eine große Pizza und entschied mich als dritten Gang gegen das Eis und für einen Kaffee. Dennis war nicht so beeindruckt von dem Deal und entschied sich für einen Smash Burger.


Nach dem Mittagsmahl gingen wir noch im nebenstehenden Supermarkt einkaufen und fuhren dann etwa zwei Stunden weiter südlich bis Scarborough, wo wir einen Parkplatz direkt an der Küste zum übernachten ausgesucht hatten. Dort fanden wir noch einige andere Camper vor, zu denen wir uns gesellten.

Am Parkplatz angekommen schauten wir uns etwas um, als plötzlich eine wahre Autokolonne den schmalen Feldweg herunterkam, der zum Parkplatz führte. Schnell war alles überfüllt und die Autos fingen an, halb im abgeernteten Feld nebenan zu parken. Wir wunderten uns sehr, was auf einmal los ist und noch mehr, als die Sektflaschen ausgepackt und auf einer Decke ein kleiner Sektempfamg bereitet wurde. Es kamen noch mehr Autos und bald waren etwa 50 Menschen auf dem kleinen Platz versammelt. Eine Frau kam auf uns zu und fragte ob sie unser Auto zuparken könnte und wir bestätigten dies, wir mussten ja nicht mehr weg. Dann fragte sie uns ob wir schon wüssten, was hier vor sich geht und erläuterte uns im folgenden den Grund für die Festivitäten: Ende letzten Jahres ist ihr Sohn gestorben und nächste Woche wäre sein 40. Geburtstag gewesen, den sie heute gemeinsam feiern. Sie sind hier zum Meer gefahren, um ein Feuerwerk zu zünden, das einen Teil seiner Asche enthält, um diese an der Küste zu verstreuen. Da Dennis während der Erläuterung nur die Worte „Geburtstag“ und „Feuerwerk“ verstand, erwiederte er, dass das ja ein sehr schöner Ort für ein Feuerwerk sei. Zum Glück sagte er nichts unpassenderes, das hätte auch doof ausgehen können. Was im ersten Moment vielleicht makaber klingt, ist ja aber eigentlich ein sehr schöner Gedanke: Dass sich nach dem Tod noch Menschen treffen um sich an einen zu erinnern, zu feiern und zu lachen. Und hey, wir haben ein gratis Feuerwerk bekommen. Nach etwa zwei Stunden Trubel verzogen sich die Fahrzeuge gegen 22 Uhr langsam wieder und es kehrte Ruhe ein.

Nach diesem Tagesabschluss bereiteten wir unsere Bettstatt zu und legten uns schlafen. Mal sehen, welche Party wir morgen crashen. Bis dahin.
Tag 12 – Shopping
Heute gibt es nur einen kurzen Eintrag, denn es war wieder ein langsamer Tag. Wir sind etwa 100 Meilen gefahren und haben in einem Outdoor Geschäft eingekauft. Hier haben auch Sonntags alle Geschäfte geöffnet und es gibt eine große Kette von Outdoor-Geschäften, die gerade 15% Rabatt auf alle Artikel gibt. Dort kaufte sich Dennis einen Stuhl, Tassen und eine Kiste, und ich kaufte mir ein Moskito-Abwehrgerät, das mit Gas betrieben wird. Mal sehen, ob wir das noch benötigen auf der Reise. Für die Zukunft sind wir jetzt auf jeden Fall gewappnet. Jetzt stehen wir auf einem ruhigen Waldparkplatz, wo wir den Wald noch etwas mit Sonne genießen konnten. Die Temperaturen waren nach den letzten kühlen Tagen heute wieder bei 24°C, was für einen Sommerurlaub echt wichtig ist, dass er sich korrekt anfühlt.




Tag 13 – UFO
Heute sind wir wieder ein Stück südlicher gefahren, haben unterwegs Zutaten für Burger eingekauft und diese zubereitet. Wir sind für diese Nacht im Rendlesham Forest gelandet, an dem mehrere UFO-Sichtungen bezeugt wurden. Es gibt einen UFO-Rundweg durch den sehr schönen Wald, den ich ein Stück entlang gegangen bin und tatsächlich auch ein UFO gesichtet habe. Im Inland hatten wir heute bis zu 28°C, an der Küste eher 23°C. Morgen wollen wir dann weiter fahren bis nach Dover. Bis dahin.




Tag 14 – Bäume
Heute gingen wir den Tag wieder langsam an, genossen unseren letzten Kaffee in der Morgensonne und fuhren dann nach Ipswich, wo wir im Tesco einkaufen waren und am Supercharger den Akku volluden. Dort besuchten wir auch nochmal den Go Outdoors, wo sich Dennis wieder ein paar Dinge mitnahm. Außerdem gönnten wir uns ein Zwischengetränk im Tim Hortons, Grüße gehen raus an Finn.


Den Übernachtungsplatz haben wir heute wieder an einem Wald, an dem dieses Mal eine große abgeholzte Fläche angrenzt. Dort angekommen machten wir uns erstmal etwas zu Essen.

Bei einem Erkundungsgang entdeckte ich einen alten Harvester, der wohl schon eine Weile in der Landschaft steht. Außerdem einige gigantische, uralte Bäume, die wohl schon hunderte Jahre alt sind. Solche Bäume finde ich immer beeindruckend und ich finde man spürt eine gewisse Ruhe und Weisheit in ihrer Nähe. Ein Stück weiter fand ich ein verlassenes Fabrikgelände, bevor mich der Weg in ein Stück sehr dichten Wald führte. Dort lag einiges an Müll herum, und ein schmaler, gewundener Weg führte mich vorbei an verlassenen Zelten und herumliegenden Schlafsäcken und Sitzmöbeln. Sogar ein umgekipptes Sofa fand ich dort. Schnellen Schrittes durchquerte ich das etwas merkwürdige Gebiet und fand heraus, dass mit der Weg im Kreis geführt hatte und ich mich wieder an der Stelle befand, wo ich den Wald betreten hatte.



Nach erfolgreicher Rückkehr zum Auto verschwand bereits die Sonne hinter den Bäumen und ein starker Wind kam auf, so beschlossen wir, heute den südkoreanischen Film Parasite im Auto zu schauen. Nach diesem legten wir uns schlafen. Morgen verbringen wir den Tag in Dover, von dem wir nun noch etwa eine halbe Stunde entfernt sind. Bis dahin.
Tag 15 – Dover
Den heutigen letzten Tag in Großbritannien wollten wir noch nutzen, um uns Dover samt Umgebung etwas anzusehen. So fuhren wir am Vormittag zu den White Cliffs of Dover, wo wir ein Stück die Klippen entlang spazierten. Die Sonne schien, es war warm und es ging ein stetiger, starker Wind. So konnten wir auf den Kanal herausblicken und das rege maritime Treiben beobachten. Jeden Tag passieren 300-400 Schiffe den Ärmelkanal, wodurch zu jeder Zeit eine Menge davon zu sehen sind. Außerdem liefen wir den steilen Klippenweg nach unten zum Langdon Beach, auf dessen Weg man im letzten Stück durch einen Tunnel geht und dann noch eine Leiter hinabsteigen kann. Da die Flut gerade hereinkam war noch viel zu sehen und man musste aufpassen, dass man keine nassen Füße bekommt. Am Nachmittag fuhren wir nach Dover in die Innenstadt und besuchten ein kleines Café, schauten uns den kleinen Hafen an und kehrten in einem Restaurant ein, wo wir Burger aßen.




Für die letzte Nacht stellten wir uns am Rande eines Parks auf einen Stellplatz an einer wenig befahrenen Straße. Nach und nach kamen immer mehr Camper und Wohnmobile dazu, die wohl alle ihre letzte Nacht hier verbringen und morgen früh mit der Fähre wieder übersetzen. Unsere Fähre geht um 7:50 Uhr. Bis dahin.

Tag 16 – Heimfahrt
Nach einem heutigen frühen Start holten wir uns bei Costa Coffee einen Cappuccino und fuhren zum Fährhafen, wo wir zügig durch die Kontrollen und pünktlich auf die Fähre kamen. Die Überfahrt verlief sehr ruhig, die Fähre erschien uns sehr leer und fast der gesamte Sitzbereich war unbesetzt. So konnten wir noch etwas entspannen vor der langen Fahrt, die noch anstehen würde.


Nachdem wir dankbarerweise in Großbritannien über die gesamte Zeit hinweg keinen Regen erlebt hatten, regnete es dafür bei unserer Ankunft im Calais. Dort angekommen konnten wir unsere Anzeigen im Auto wieder auf Kilometer umstellen und unsere Gehirne wieder auf Rechtsverkehr schalten. Nach unserer mittelmäßigen Erfahrung bei der Hinfahrt über Belgien wollten wir diese Route dieses Mal meiden und entschlossen uns dazu, den Weg über Frankreich bis nach Strasbourg zu nehmen und dann über die Grenze nach Deutschland zu kommen. So fuhren wir los uns genossen die durweg freien Autobahnen Frankreichs, auf denen wir zügig vorankamen. In Frankreich sind die Tesla Supercharger meistens an sehr großen Shopping-Malls, und so luden wir auch auf dieser Fahrt zwei Mal auf dem Parkplatz eines gigantischen Konsumtempels. Dort kommt man bereits beim Weg auf die Toilette an dreißig Geschäften vorbei, die einen mit spiegelndem Hochglanzboden, trällernder Gute-Laune-Musik und durch Hochleistungs-LED-Spots perfekt ausgeleuchteten Produkten locken wollen. Wenn ich schonmal da bin schaue mir das irgendwie gerne an, aber würde niemals auf den Gedanken kommen an einen solchen Ort zum einkaufen hinzufahren. Falls man das noch einkaufen nennen kann. Zurück zum Thema: Nach problemloser Fahrt kamen wir gegen 19 Uhr wieder zu Hause in der WG an.

Dies markiert nun das Ende dieser Reise und nach 16 Tagen und insgesamt 5.200 Kilometern sind wir wieder zu Hause angekommen. Für den Strom haben wir unterwegs 354,29€ bezahlt, was dann 6,80€/100km entspricht. Der Verbrauch des Tesla lag bei 15 kWh/100km, was ein echt guter Wert ist.
Vielen Dank fürs Mitlesen und für dein Interesse an unserer Reise.
Dennis & David

