Die meisten unserer Stellplatz-Nachbarn waren heute schon abgezischt, als wir aufstanden. Zum Frühstück gab es Rührei und nachdem alles gespült und eingeräumt war, fuhren wir in Richtung des Viadukts, wo Dennis noch die Überfahrt der Dampflokomotive aus der Luft filmte. Das war einerseits ein schöner Anblick, andererseits jedoch touristisch komplett überlaufen und als die Lok schließlich kam, sah man auf der Drohnenaufnahme, dass die Dampflok an der Front nur zur Schau angekoppelt war und künstlichen Dampf erzeugte, und die eigentliche Arbeit von einer Diesellok am Ende des Zuges verrichtet wurde. Nach dieser etwas ernüchternden Erkenntnis waren wir froh, dass wir nur Zuschauer von außen waren und keiner der hunderten Zuggäste, die ein Ticket für eine Dampflok kaufen, um dann von einer Diesellok durch die (immerhin sehr schöne) Landschaft geschubst zu werden.

Danach fuhren wir ganz gemütlich in Richtung der Isle of Skye, auf der wir nächste Nacht übernachten wollten. An den Linksverkehr hatten wir uns mittlerweile sehr gut gewöhnt und auf den Straßen war nicht so viel los. Nach ein paar kleinen Pausen an schönen Aussichtspunkten und einem Einkaufsstop, bei dem Dennis sich noch einen warmen Hot Dog als Zwischenmahlzeit kaufte, fuhren wir schließlich über die Brücke, die die Isle of Skye mit dem Festland verband.


Dann fuhren wir noch etwa eine Stunde auf sehr schönen Straßen über die Insel, bis wir in die Nähe unseres ausgesuchten Schlafplatzes kamen. Auf dem letzen Stück wurden die Straßen immer schmaler und die Ausweichmöglichkeiten immer weniger, was sich aber mit dem rapiden Rückgang des Verkehrsaufkommens deckte. Tatsächlich fanden wir den Parkplatz mitten im Nirgendwo komplett leer vor und wir genossen es, außer den herumgrasenden Schafen die einzigen zu sein.


Nachdem es heute morgen bedeckt war, schien am Nachmittag wieder perfekt die Sonne und es lag eine herrliche Kombination aus Sonne und Meeresbrise vor. Wir entspannten uns etwas in der Sonne und bereiteten schließlich unsere Mac’n’Cheese zu. Erfreulicherweise war heute weniger von den Midges zu bemerken, die uns gestern noch so zu schaffen gemacht hatten. Das mochte zum Teil daran liegen, dass wir unser Lager heute an keinem Fluss oder See hatten und zum anderen wehte hier oben ein stetiger Wind, der die Mücken in die Gräser trieb, da sie sonst weggeweht werden. Wenn der Wind mal kurz abebbte, dann merkte man sofort, dass die Midges nur darauf warten und man hatte wieder was zu klatschen. Wir beschlossen, gemeinsam einen Film im Auto zu schauen und beobachteten dabei den Sonnenuntergang. Dennis flog zwischendurch nochmals mit seiner Drohne und erkundete die Landschaft um uns herum. Irgendwann kam ein Kombi angefahren und gesellte sich zu uns auf den Parkplatz, von der Sprache klang es nach polnischer Herkunft.

Nach dem Film schließlich kamen wir zur Ruhe und bestaunten während des Zähneputzens noch den klaren Sternenhimmel, der hier im Norden ohne Lichtverschmutzung sehr schön zu sehen war. Mit diesem schönen Ausklang gingen wir schließlich zu Bett. Bis dahin.
