Dennis ging es heute zunehmend besser, jedoch schmeckt er nichts mehr. Naja. Nach dem Kaffee genossen wir nochmals eine heiße Dusche, bevor wir den Campingplatz verließen. Dann fuhren wir zum Bamburgh Castle, wo wir einmal drum herum spazierten und das eindrucksvolle Bauwerk von außen betrachteten. Für die Ausstellungen im Innern gab es keine Tickets mehr, das interessierte uns aber auch nicht so.


Danach fuhren wir weiter die Küste entlang nach Süden und legten kurz nach Newcastle einen Pizza und Einkaufsstop ein. Wir kehrten in einem Restaurant ein, in dem zur Mittagszeit ein „3-Gänge-Menü“ für 10 Pfund angeboten wurde. So bekam ich zur Vorspeise in Knoblauchsoße angebratene Champignons, zum Hauptgang eine große Pizza und entschied mich als dritten Gang gegen das Eis und für einen Kaffee. Dennis war nicht so beeindruckt von dem Deal und entschied sich für einen Smash Burger.


Nach dem Mittagsmahl gingen wir noch im nebenstehenden Supermarkt einkaufen und fuhren dann etwa zwei Stunden weiter südlich bis Scarborough, wo wir einen Parkplatz direkt an der Küste zum übernachten ausgesucht hatten. Dort fanden wir noch einige andere Camper vor, zu denen wir uns gesellten.

Am Parkplatz angekommen schauten wir uns etwas um, als plötzlich eine wahre Autokolonne den schmalen Feldweg herunterkam, der zum Parkplatz führte. Schnell war alles überfüllt und die Autos fingen an, halb im abgeernteten Feld nebenan zu parken. Wir wunderten uns sehr, was auf einmal los ist und noch mehr, als die Sektflaschen ausgepackt und auf einer Decke ein kleiner Sektempfamg bereitet wurde. Es kamen noch mehr Autos und bald waren etwa 50 Menschen auf dem kleinen Platz versammelt. Eine Frau kam auf uns zu und fragte ob sie unser Auto zuparken könnte und wir bestätigten dies, wir mussten ja nicht mehr weg. Dann fragte sie uns ob wir schon wüssten, was hier vor sich geht und erläuterte uns im folgenden den Grund für die Festivitäten: Ende letzten Jahres ist ihr Sohn gestorben und nächste Woche wäre sein 40. Geburtstag gewesen, den sie heute gemeinsam feiern. Sie sind hier zum Meer gefahren, um ein Feuerwerk zu zünden, das einen Teil seiner Asche enthält, um diese an der Küste zu verstreuen. Da Dennis während der Erläuterung nur die Worte „Geburtstag“ und „Feuerwerk“ verstand, erwiederte er, dass das ja ein sehr schöner Ort für ein Feuerwerk sei. Zum Glück sagte er nichts unpassenderes, das hätte auch doof ausgehen können. Was im ersten Moment vielleicht makaber klingt, ist ja aber eigentlich ein sehr schöner Gedanke: Dass sich nach dem Tod noch Menschen treffen um sich an einen zu erinnern, zu feiern und zu lachen. Und hey, wir haben ein gratis Feuerwerk bekommen. Nach etwa zwei Stunden Trubel verzogen sich die Fahrzeuge gegen 22 Uhr langsam wieder und es kehrte Ruhe ein.

Nach diesem Tagesabschluss bereiteten wir unsere Bettstatt zu und legten uns schlafen. Mal sehen, welche Party wir morgen crashen. Bis dahin.
