Abenteuer Alpen

2019 Tag 1 – Stadel

278 Kilometer habe ich heute zurückgelegt und es war ganz wunderbar. In der Heimat war es etwas frisch und es hat auch mal genieselt, aber als ich dann in Richtung Schwarzwald kam brach die Sonne heraus und es hat sich gebessert. Meine erste kurze Pause hatte ich in Villingen, wo ich mir noch ein Halstuch gekauft habe damit ich mir keinen Zug hole wenn’s etwas kühler ist.

Nun residiere ich in meiner ersten Nacht in einem Pflaumenhain eines örtlichen Bauernhofes kurz hinter der Schweizer Grenze, sehr ruhig und abgelegen (wenn man mal außer Acht lässt dass er direkt in der Einflugschneise des Züricher Flughafens liegt :D)

Morgen geht’s dann in bergigere Regionen, worauf ich mich schon freue 🙂

2019 Tag 2 – Knittlingen (so schnell kanns gehen)

Wir hatten ja in der Vergangenheit schon ein paar Probleme in unserer Beziehung, mein Fahrzeug und ich. Eigentlich hatte ich gedacht dass wir uns während der Tour vielleicht etwas besser kennen lernen und uns besser vertragen.

Es war ein wunderbarer Morgen mit einem schönen Sonnenaufgang, also hab ich nach dem Frühstück meine Route geplant und und bin losgetuckert. Ich hatte eine super Strecke die ich bis 9 Uhr auch größtenteils für mich allein hatte und perfektes Wetter dazu.

Aber irgendwie hat es wohl nicht sollen sein und in einem kleinen Dorf inmitten der UNESCO Biosphäre Entlebuch hat sich mein ATV dazu entschlossen dass es nicht mehr weiter möchte und lautstark gegen eine Weiterfahrt protestiert.

Ich hab als erstes Mal meine Optionen durchgespielt und bei meiner Versicherung angerufen die einen Pannenservice aktiviert hat. Dieser hat mir dann schon am Telefon gesagt dass er die Reparatur nicht durchführen kann sondern dass er das Fahrzeug dann morgen in eine Fachwerkstatt schleppen würde. Da ich allerdings herzlich wenig Interesse an einer horrenden schweizer Werkstattrechnung hatte, habe ich das Angebot gleich dankend abgelehnt.

Das zweite das mir in den Sinn kam war natürlich meine Familie. Da ich allerdings meinen Eltern nicht zumuten wollte für die Rettungsaktion über vier Stunden einfache Fahrt auf sich zu nehmen, habe ich direkt meinen Cousin Benni angerufen. Seine Antwort auf die Anfrage: „Ich hab kein Auto mit Anhängerkupplung, ich hab heute Abend noch was vor und ich muss morgen arbeiten – klar fahr ich 700 Kilometer um dich abzuholen!“ Schön zu wissen dass man sich auf seine Familie verlassen kann in so einer Situation.

Um die vier Stunden Wartezeit zu überbrücken die Benni benötigte um hier zu sein hab ich dann einen kleinen Spaziergang durch das Dorf gemacht, hab mich etwa eine Stunde auf eine Parkbank im Schatten gesetzt und wollte was essen gehen in einem örtlichen Restaurant. Allerdings musste ich feststellen dass das einzige Restaurant das für mich in Frage kam Betriebsferien hatte. Das andere Restaurant das geöffnet hatte ist ein Sternerestaurant in dem ein normales Gericht um die 50 Franken kostet. Die Alternative dazu die ich dann in Anspruch genommen habe war eine Schüssel Schokomüsli aus meinem Koffer. Deutlich preisbewusster und doch immer wieder gut 🙂

Nachdem wir unterwegs noch gemütlich essen waren wurde es dann doch recht spät bis wir Knittlingen erreicht hatten.

Somit geht mein voller Kudos an Benni und Agnes für die Abholung, die Rettung in der Not, die Gesellschaft auf der Heimreise. Danke! <3

Jetzt werd ich mal schauen was ich mit dem defekten Gerät anstelle und werd versuchen erstmal noch meinen Urlaub auszukosten ohne mir Stress zu machen. Schade um den Adventure-Urlaub, hätte ja auch klappen können. Nächstes Jahr dann 😉

Ich danke euch für das Interesse an meinem Reisebericht und entschuldige mich dafür dass dieser nun schon so abrupt endet. Habt eine gute Zeit!

Grüße

David

2020 – Auf ein Neues

Tja. Ich wills wissen. Neues Jahr – Neues Glück. Aus einer spontanen Idee die sich vor etwa einer Woche geformt hat wird nun langsam etwas ernstes – Die nächste Inkarnation der Quadtour. Ich kann mich nicht von der Idee trennen dass eine mehrtägige Tour mit einem Quad etwas tolles sein kann und möchte einen weiteren Versuch starten – Projektname: zweipunktnull.

Im Vergleich zum letzten Jahr ändern sich vor allem zwei Dinge: Erstens bin ich dieses Mal nicht allein unterwegs – mein guter Freund und Gefährte Matti wird mich auf der Reise begleiten, was mich sehr freut. Und zweitens besitze ich kein eigenes Gefährt mehr und werde mir daher eine Maschine von einem Freund leihen. Und da es zu zweit mit Gepäck doch etwas eng wird – und eng ist nur ein begrenzt dehnbarer Begriff – werden wir auch noch ein zweites ATV leihen und Matti bekommt sein eigenes Gefährt.

An dieser Stelle schonmal vielen Dank an Laura und Sebastian für das unkomplizierte zur Verfügung stellen der ATVs und für das Vertrauen das damit einhergeht.

Da sich ja die Anzahl der Reisenden Personen verdoppelt, wird sich Reisezeit logischerweise halbieren – geplant sind fünf Tage, vom 8.8. bis 12.8.

Der Weg wird uns auf jeden Fall Richtung Süden führen, nach Liechtenstein, in die Schweiz, nach Österreich und mal sehen wohin sonst noch. Uns erwarten große Höhen, frische Luft und gutes Essen.

Nun heißt es erstmal noch grob die Route planen, Packliste komplettieren und vorfreuen!

Ich glaube das wird verdammt gut.

2020 Tag 1 – Amerlügen

Für den ersten Tag hatten wir uns als Ziel einen mir bekannten Ort ausgesucht – Die Paula Hütte in Liechtenstein. Dies ist eine Schutzhütte die manchen aus dem Home Run Freizeit Video von 2017 bekannt sein dürfte. Bis dorthin wären es 290 km, was eine stolze Tagesetappe darstellt.

Unser erster Zwischenstopp war in Neckartenzlingen, wo wir bei einem alten Bekannten eine Mittagspause eingelegt haben.

Erster Zwischenstopp bei Tom, Marita und Silas

Nach beendeter Pause fuhren wir entspannt weiter, bis wir in Reutlingen in einen Tunnel fuhren und Matti das Licht an seinem Quad anschaltete. Dies resultierte leider darin dass der Motor ausging und er im Tunnel liegen blieb.

Glücklicherweise sind wir während der Fahrt dauerhaft per Gegensprechanlage verbunden, daher können wir solche Probleme schnell kommunizieren.

Nachdem das Quad auf dem Standstreifen zum stehen kam und nicht mehr ansprang, schoben wir es rückwärts wieder aus dem Tunnel heraus in eine Parkbucht direkt vor dem Tunnel. Da schon vor Beginn der Tour Probleme mit der Batterie aufgetreten waren war schnell der Entschluss gefasst eine neue Batterie zu kaufen und einzubauen. In der Nähe war ein Polo Store und nach einer kurzen telefonischen Nachfrage ob die richtige Batterie auf Lager ist habe ich mich auf den Weg gemacht und diese besorgt. Nach dem Einbau sprang das Fahrzeug wieder an und wir setzten unsere Fahrt fort. (Ohne Licht eben :D)

Durch diese Verzögerung hat sich unsere vorraussichtliche Ankunftszeit auf knapp 21 Uhr verschoben, aber wir entschlossen uns den Plan durchzuziehen.

Die nächsten 150 km verliefen ohne Probleme, wir pendelten unsere Reisegeschwindigkeit auf etwa 70 km/h ein was ein angenehmes Tempo ist.

Kurzer Foto-Stop am Bodensee

Als es gegen Ende der Strecke langsam dämmerte und Matti wieder das Licht einschaltete, ging sein Quad beim nächsten Ampel-Stopp wieder aus und ließ sich nicht mehr starten. Wie wir dann herausfanden liegt das erstens an einem Defekt im Lichtschalter, der sich überdrehen lässt und dadurch die Zündung abschaltet und zweitens scheint die Batterie während der Fahrt nicht richtig geladen zu werden wenn das Licht an ist. Ergo: Wir müssen den Rest der Tour ohne Licht fahren. Lesson learned.

Also sind wir den nicht allzu langen Rest der Strecke im Restlicht des Tages gefahren, was auch gut funktioniert hat.

5km vor der Hütte versperrte uns dann eine Schranke den Weg zur Hütte, um die es kein herumkommen gab. Direkt daneben Allerdings liegt glücklicherweise eine große ebene Rasenfläche mit toller Aussicht, wo wir dann direkt unser Zelt aufgeschlagen haben.

Unser Ausblick beim Zeltaufbau

Nach einer warmen Mahlzeit vom Benzinkocher waren wir so müde dass wir uns sofort schlafen legten. In dieser Nacht habe ich gelernt dass Kühe Nachts wohl nicht schlafen, denn direkt um uns herum standen die ganze Nacht vier Kühe die genüsslich Grasten und selbstverständlich die ganze Nacht ihre Glocken erklingen ließen, die sie um den Hals tragen. Matti hat sich darum nicht viel geschert und ist einfach nach zwei Minuten eingeschlafen, bei mir hat es länger gedauert.

Morgen wird unsere Strecke auf jeden Fall kürzer, und die technischen Probleme sollten behoben sein.

Ein entspannter Matti nach einer langen Reise

Soundtrack des Tages, für lange Fahrten:

2020 Tag 2 – Zugspitze

Heute war ein guter Tag.

Zu den technischen Problemen sag ich jetzt mal nur dass wir eine langfristige Lösung dafür gefunden haben die uns locker durch die nächsten Tage bringen wird.

Ansonsten begann der Tag mit folgendem Ausblick:

Das motiviert einen ja schonmal mit einem guten Gefühl in den Tag zu starten.

Nach dem Frühstück gab es erstmal den obligatorischen Tankstellen-Stop zum Tanken, Toilettengang, Wasserflaschen auffüllen & Frühstücksgeschirr spülen.

Der Küchenjunge beim Spülvorgang

Danach sind wir dann losgezogen mit dem Ziel Abends in der Nähe des Eibsees zu landen. Wir entschlossen uns einen kleinen Umweg zu fahren und die mit 160km etwas längere Route zu nehmen, die uns dafür über die Silvretta-Hochalpenstrasse führte.

Nachdem wir den Pass mit seinen 32 Kehren hinaufgefahren waren und auf einer Alm eine Mittagspause gemacht hatten, lagen noch etwa 100km vor uns. Diese führten uns über Landstraßen durch kleine Dörfer und es war herrlich zu fahren und den Ausblick zu genießen. Die Temperatur war sehr angenehm, die Straßen waren weitestgehend ruhig und wir konnten mit entspannten und sicheren 50-60 km/h Reistempo durch die Alpen fahren.

Unser Ziel war letztendlich ein kleines Freibad mit direktem Blick auf die Zugspitze, in dem wir uns bis zur Schließung noch etwa eineinhalb Stunden entspannen konnten und den Dreck und Schweiß der letzten beiden Tage loswurden. Die Dusche war zwar eiskalt, aber man kann ja nicht alles haben.

Nach einer kurzen Besprechung waren wir uns einig dass wir uns in der Nähe wieder ein schönes Fleckchen suchen möchten um unser Zelt aufzuschlagen und wir machten uns auf die Suche. Wir fuhren ein Stück einen Radweg entlang der als „Gesperrt wegen Naturschäden“ angezeigt wurde und kamen nach kurzer Strecke an einen Wasserfall den wir erstmal näher begutachteten.

Hier fanden wir auch heraus dass dieser Wasserfall der Grund für die Sperrung des Radwegs war und zwar weil dieser einen guten Teil des Weges weggespült hatte.

Um weiterzukommen überbrückten wir die schlimmste Stelle mit einem Teil eines umgestürzten Zaunes und fuhren vorsichtig darüber.

Ein paar hundert Meter weiter fanden wir dann auch den perfekten Schlafplatz – ein ruhiges, ebenes Stück Wald durch das ein malerischer Bergbach fließt. Dort schmissen wir den Kocher an und schlugen unser Zelt auf. Fürs spülen ist es natürlich überaus praktisch einen Bach zur Verfügung zu haben der sauberes Wasser führt.

Mal sehen wohin es uns morgen verschlägt.

Soundtrack des Tages, perfekt on the road:

2020 Tag 3 – Neustift

Nach unserem erholsamen Schlaf am leise gluckernden Bach genossen wir die wunderbare frische Waldluft und das kühle klare Wasser.

Unser Nachtlager am Morgen

Zum Frühstück gab’s frisch gekochten Griesbrei und nach einer kurzen Besprechung entschlossen wir uns noch einen Abstecher zum nahe gelegenen Eibsee zu machen. Schon mehrere Kilometer vorher wurde angekündigt dass die Zufahrt gesperrt ist und alle Parkplätze belegt sind, aber wir wollten es trotzdem versuchen. Und siehe da – an der Absperrung, an der alle Autos wenden mussten und zurückgeschickt wurden, wurden wir einfach durchgewunken und durften sogar kostenlos auf dem Motorrad-Parkplatz parken. Mit diesem VIP-Feeling sind wir ein Stück am See entlang gelaufen und haben bemerkt dass ganz schön viel los ist, sowohl am Ufer als auch im Wasser. Der Eibsee befindet sich in Privatbesitz und ist der Allgemeinheit zum Baden freigegeben, was ihn zu einem sehr beliebten Ausflugsziel macht. Als wir das letzte Mal 2019 hier waren war es April und man hatte viel mehr Ruhe und konnte die Schönheit dieses Ortes noch mehr wertschätzen.

Daher hier ein Bild vom April 2019:

Nun standen wir vor der Entscheidung wie unsere Route weiter verlaufen soll und wie weit wir heute noch fahren wollen.

Wie der Zufall es wollte erfuhren wir dass etwa 100km entfernt gerade vier Freundinnen gemeinsam ihren Sommerurlaub verbringen und wir erkundigten uns ob wir auf Besuch vorbeischauen können.

Gesagt, getan – wir suchten uns eine hübsche Route mit von etwa 160km aus und fuhren los, zuerst ging es wieder ein Stück über die Bundesstraße 187 die gestrige Route zurück, dann bogen wir ab und fuhren den Rest der Strecke über enge Kurven durch kleine Dörfer, malerische Täler und kühle Wälder.

Zweimal stiegen wir um etwa 1000 Höhenmeter empor, das erste Mal über den Silzer Sattel auf 1600Hm.

Kurze Rast mit Wahnsinns-Ausblick am Anfang des Anstiegs auf den Silzer Sattel

Der zweite große Anstieg war dann eher unfreiwillig: Um die Bundesstraße zu meiden schaute ich auf die Karte und legte die Route so um dass sie ein Stück durch den Wald führte. Was man dabei in den Alpen wohl beachten sollte ist dass da eben oft nicht nur ein Wald ist, sondern eben auch gerne mal ein Waldweg innerhalb von 6 Kilometer Strecke um 1200 Höhenmeter in unglaubliche Höhen führen kann.

Und so fuhren wir ohne dass wir es wussten die 2400m hohe Saile ein grosses Stück hinauf. Der geschotterte Waldweg wand sich den Berghang hinauf und wurde immer steiler und steiler, was mit den Quads richtig Spaß machte und ein toller kurzer Offroad Trip war. Dumm aus der Wäsche geschaut haben wir allerdings als wir plötzlich vor einer Treppe standen wo in unserer Karte ein normaler Weg eingezeichnet war und wir somit unseren geplanten Weg nicht weiter verfolgen konnten. Also haben wir gewendet und sind den ganzen Weg wieder hinabgerollt um letzten Endes doch die Bundesstraße zu fahren. Dieser kurze Exkurs hat sich aber trotzdem gelohnt und war ein gutes Erlebnis.

Die alles verändernde Treppe

Mit der Bundesstraße unter den Rädern und dem Ziel vor Augen kam uns dann schnell ein neues Problem entgegen: In der Ferne sahen wir eine Gewitterfront, die exakt über dem Punkt abregnete wo wir hinwollten. Mit höchstmöglicher Geschwindigkeit fuhren wir dem Auge des Sturms entgegen und erwarteten schon das schlimmste, aber tatsächlich hatten wir den Zielpunkt erreicht bevor wir signifikant nass wurden. Die Quads wurden im trockenen untergestellt und ein paar Minuten später setzte wieder starker Regen ein – perfektes Timing!

Die Mädels empfingen uns in ihrer Ferienwohnung und wir konnten uns erstmal entspannen, worüber wir nach der Aufregung froh waren. Nach kurzer Rücksprache mit dem Vermieter entschieden wir uns in dieser Nacht vom Schlafsofa in der Wohnung gebrauch zu machen und verbrachten den Abend mit gemeinsamem Essen und Spielen.

Nach einer heißen Dusche schlüpften wir frisch duftend in unser Kuschelnest und beendeten den Tag mit Dankbarkeit für diese Schlafgelegenheit und lauschten dem Regen der immernoch gegen die Scheiben trommelte.

Soundtrack des Tages: Der Ohrwurm!

2020 Tag 4 – Rot an der Rot

Nach einem äußerst guten Schlaf (ein Kopfkissen macht schon einiges aus) machten Matti und ich uns auf zur örtlichen Bäckerei um Brötchen fürs Frühstück zu besorgen. Der Frühstückstisch war reich gedeckt und wir konnten gut gestärkt in den Tag starten. Nach der Verabschiedung von den Mädels legten wir noch unsere Route fest und entschieden unsere heutige Mittagsrast am Schloss Neuschwanstein einzulegen.

Unser Start am Morgen

Also düsten wir los und fuhren zum Start nochmal einen Teil der Strecke von gestern zurück, bevor wir dann dieses Mal an der anderen Seite der Zugspitze vorbei fuhren.

Die Routenplanung heute war bisher die komplexeste, da es in dem Bereich nicht wirklich viele Alternativen zur Bundesstraße gibt und wir diese somit nicht mehr ganz vermeiden konnten. Im Bereich der Landesgrenze hatten wir etwa 25km Bundesstraße am Stück zu fahren, was direkt merklich anstengender ist und weniger Spaß macht.

Danach allerdings hatten wir eine Top Strecke, die uns nochmal an ein paar schöne Orte führte. So fuhren wir beispielsweise durch den Ettaler Forst im Ammergebirge und danach am Plansee entlang, später dann im Allgäu auf vielen kleinen Straßen und Feldwegen und schlängelten uns so unseren Weg wieder Richtung Heimat.

Kurzer Stop am Plansee
Mittagspause am Schloss Neuschwanstein

Als Etappenziel heute hatten wir uns eine zufällige Ortschaft gesetzt die von der Entfernung her in etwa passte. Im heutigen Falle war das Rot an der Rot. Nach insgesamt etwa fünf Stunden und 280km im Sattel kamen wir dort auch an und suchten nach einem geeigneten Platz für unser Nachtlager.

Eine nette Dame verwies uns auf eine Waldstraße die in ein paar Wiesen mündete, allerdings war es uns dort zu offen. An einer einigermaßen geschützten Stelle in der Nähe wäre es okay gewesen, aber nebenan befand sich ein monströses Gestrüppfeld in dem anscheinend so viele Grillen oder andere lärmende Tiere saßen die einen dermaßen lauten Klangteppich produzierten, dass wir schon kurz nach der Ankunft beschlossen nochmal umzuziehen.

Nach erneutem zurateziehen der Satellitenansicht von Google Maps fanden wir eine vielversprechende Stelle, bei Ankunft stellte sich das jedoch auch als kalte Spur heraus. In der Nähe sahen wir ein Wohnhaus allein auf weiter Flur an dem wir kurz entschlossen anhielten und die Bewohner fragten ob sie uns einen Platz im Garten anbieten würden. Das Ehepaar mit drei Kindern willigte gerne ein und wir durften unser Zelt direkt neben dem Haus unter ein paar Apfelbäumen aufbauen.

Nach dem Kochen durften wir im Haus unser Geschirr spülen und unsere Wasserflaschen auffüllen, dann ließen wir den Abend beim Sonnenuntergang mit Pink Floyd ausklingen.

Beim Kochen bekamen wir plötzlich interessierte Zuschauer

Morgen stehen dann nochmal genau 200km auf dem Plan, bis wir wieder zu Hause sind.

Wird gut.

Soundtrack des Tages: Für den Sonnenuntergang

2020 Tag 5 – Knittlingen

Unser letzter Reisetag begann nach viel zu langem, ruhigem Schlaf mit dem kochen eines Griesbreis, der mit Heidelbeeren verfeinert wurde. Immer simpel und immer lecker! Ein letztes Mal Zelt abbauen und alles verstauen, dann von unserer Gastfamilie verabschieden, aufsitzen und Abfahrt!

Wir beschlossen heute nochmal etwa 30 km Umweg in Kauf zu nehmen um ein gutes Stück des Weges in den Ausläufern des Schwarzwalds hinter uns bringen zu können. Somit hatten wir eine Tagesetappe von 230 km vor uns, von denen wir die ersten 110 km am Stück durchfuhren. Je näher wir der Heimat kamen desto wärmer wurde es und wir dachten schmerzlich an das angenehme Klima in den Bergen zurück das wir die letzten Tage genießen konnten.

Auch heute vermieden wir die Bundesstraße wo es ging, fuhren durch so viele unbekannte Ortschaften und genossen die deutsche Landstraßenromantik.

Irgendwo undefinierbares stoppten wir kurz im Wald und machten Mittagspause, wofür ein letztes Mal der Benzinkocher angeworfen wurde.

Mittags-Stop

Nach dem Stop ging es ein Stück an der Nagold entlang, dann über Tiefenbronn und Wiernsheim nach Mühlacker und bis nach Bretten, wo wir uns zum Abschluss der Tour ein zeremonielles Sandwich gönnten.

Die heimatliche Gastronomiekultur hat uns wieder

Nach erfolgreicher Heimkehr entluden wir die Koffer und parkten die Fahrzeuge in die Garage, dort können sie jetzt auch zur Ruhe kommen.

Heute spürten wir dass das führen eines solchen Fahrzeugs durchaus anspruchsvoll und ermüdend ist denn trotz langem, gutem Schlaf waren wir beide einfach fertig und müde durch die lange Fahrt. Bei einer noch länger andauernden Tour muss man also nach drei bis vier Tagen on the road einen Tag Pause einplanen an dem man nicht fährt, sonst lassen Konzentration und Fahrspaß von Tag zu Tag nach.

Zum Abschluss lässt sich sagen dass die Länge von fünf Tagen für uns gut gepasst hat und dass die Entscheidung am ersten Tag eine längere Etappe zu fahren um direkt ins Zielgebiet zu kommen, definitiv die Richtige war. Somit hatten wir zwei Tage Zeit um gemütlich Kurven zu jagen und Höhenmeter zu reißen, was super gepasst hat und auf jeden Fall der beste Teil der Tour war.

Wir hatten auf jeden Fall eine gute Zeit und gute Gemeinschaft, haben einiges erlebt und gesehen und sind dankbar dass das Wetter genau richtig für uns war und wir so bewahrt wurden als es dann doch mal geregnet hat.

An dieser Stelle möchte ich meinem Partner Matti danken für das Mitziehen in die recht spontane Aktion, für die Begleitung auf der Reise, für die Helmgespräche und einfach für die Freundschaft – so macht Urlaub Spaß.

Mal sehen wo es uns als nächstes hinverschlägt.

Zwei Helden auf acht Rädern… oder so.

Ich werde hier die nächsten Tage noch einen Eintrag mit ein paar Statistiken und Streckenverläufen posten, weil mich das selbst immer interessiert und ich die sowieso zusammentragen werde.

Und an alle die das lesen: Vielen Dank fürs lesen, fürs teilhaben, für die vielen netten Nachrichten. Vielleicht schreibst Du ja auch mal einen Reisebericht, dann freue ich mich auf den Link dazu 🙂

Beste Grüße,

Matti und David

Soundtrack des Tages: Summer Vibes

Nachtrag – Zahlen, Daten, Fakten

So, hier noch abschließend ein paar Zahlen zur Tour:

Gefahrene Kilometer und Höhenmeter

Tag 1:            287km  |  2739hm+  |  2157hm-

Tag 2:            171km  |  2919hm+  |  2764hm-

Tag 3:            193km  |  3858hm+  |  3766hm-

Tag 4:            264km  |  2240hm+  |  2604hm-

Tag 5:            233km  |  1528hm+  |  1993hm-

Insgesamt:   1148km | 13284hm+ | 13284hm-

Reisekosten

Einkaufen im Supermarkt:  29,07€

Tanken:                               163,94€

Restaurantbesuche:        91,00€

Sonstiges:                            55,86€

Insgesamt:                            339,87€

Daraus ergeben sich Kosten pro Tag & Person von 33,99€.

Die Benzinkosten pro gefahrenem Kilometer belaufen sich auf 0,0684€.

Routenführung

Tag 1:

Tag 2:

Tag 3:

Tag 4:

Tag 5:

Inhalt
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