Nach unserem erholsamen Schlaf am leise gluckernden Bach genossen wir die wunderbare frische Waldluft und das kühle klare Wasser.

Zum Frühstück gab’s frisch gekochten Griesbrei und nach einer kurzen Besprechung entschlossen wir uns noch einen Abstecher zum nahe gelegenen Eibsee zu machen. Schon mehrere Kilometer vorher wurde angekündigt dass die Zufahrt gesperrt ist und alle Parkplätze belegt sind, aber wir wollten es trotzdem versuchen. Und siehe da – an der Absperrung, an der alle Autos wenden mussten und zurückgeschickt wurden, wurden wir einfach durchgewunken und durften sogar kostenlos auf dem Motorrad-Parkplatz parken. Mit diesem VIP-Feeling sind wir ein Stück am See entlang gelaufen und haben bemerkt dass ganz schön viel los ist, sowohl am Ufer als auch im Wasser. Der Eibsee befindet sich in Privatbesitz und ist der Allgemeinheit zum Baden freigegeben, was ihn zu einem sehr beliebten Ausflugsziel macht. Als wir das letzte Mal 2019 hier waren war es April und man hatte viel mehr Ruhe und konnte die Schönheit dieses Ortes noch mehr wertschätzen.
Daher hier ein Bild vom April 2019:

Nun standen wir vor der Entscheidung wie unsere Route weiter verlaufen soll und wie weit wir heute noch fahren wollen.
Wie der Zufall es wollte erfuhren wir dass etwa 100km entfernt gerade vier Freundinnen gemeinsam ihren Sommerurlaub verbringen und wir erkundigten uns ob wir auf Besuch vorbeischauen können.
Gesagt, getan – wir suchten uns eine hübsche Route mit von etwa 160km aus und fuhren los, zuerst ging es wieder ein Stück über die Bundesstraße 187 die gestrige Route zurück, dann bogen wir ab und fuhren den Rest der Strecke über enge Kurven durch kleine Dörfer, malerische Täler und kühle Wälder.
Zweimal stiegen wir um etwa 1000 Höhenmeter empor, das erste Mal über den Silzer Sattel auf 1600Hm.

Der zweite große Anstieg war dann eher unfreiwillig: Um die Bundesstraße zu meiden schaute ich auf die Karte und legte die Route so um dass sie ein Stück durch den Wald führte. Was man dabei in den Alpen wohl beachten sollte ist dass da eben oft nicht nur ein Wald ist, sondern eben auch gerne mal ein Waldweg innerhalb von 6 Kilometer Strecke um 1200 Höhenmeter in unglaubliche Höhen führen kann.
Und so fuhren wir ohne dass wir es wussten die 2400m hohe Saile ein grosses Stück hinauf. Der geschotterte Waldweg wand sich den Berghang hinauf und wurde immer steiler und steiler, was mit den Quads richtig Spaß machte und ein toller kurzer Offroad Trip war. Dumm aus der Wäsche geschaut haben wir allerdings als wir plötzlich vor einer Treppe standen wo in unserer Karte ein normaler Weg eingezeichnet war und wir somit unseren geplanten Weg nicht weiter verfolgen konnten. Also haben wir gewendet und sind den ganzen Weg wieder hinabgerollt um letzten Endes doch die Bundesstraße zu fahren. Dieser kurze Exkurs hat sich aber trotzdem gelohnt und war ein gutes Erlebnis.

Mit der Bundesstraße unter den Rädern und dem Ziel vor Augen kam uns dann schnell ein neues Problem entgegen: In der Ferne sahen wir eine Gewitterfront, die exakt über dem Punkt abregnete wo wir hinwollten. Mit höchstmöglicher Geschwindigkeit fuhren wir dem Auge des Sturms entgegen und erwarteten schon das schlimmste, aber tatsächlich hatten wir den Zielpunkt erreicht bevor wir signifikant nass wurden. Die Quads wurden im trockenen untergestellt und ein paar Minuten später setzte wieder starker Regen ein – perfektes Timing!
Die Mädels empfingen uns in ihrer Ferienwohnung und wir konnten uns erstmal entspannen, worüber wir nach der Aufregung froh waren. Nach kurzer Rücksprache mit dem Vermieter entschieden wir uns in dieser Nacht vom Schlafsofa in der Wohnung gebrauch zu machen und verbrachten den Abend mit gemeinsamem Essen und Spielen.


Nach einer heißen Dusche schlüpften wir frisch duftend in unser Kuschelnest und beendeten den Tag mit Dankbarkeit für diese Schlafgelegenheit und lauschten dem Regen der immernoch gegen die Scheiben trommelte.
Soundtrack des Tages: Der Ohrwurm!
