Wir hatten ja in der Vergangenheit schon ein paar Probleme in unserer Beziehung, mein Fahrzeug und ich. Eigentlich hatte ich gedacht dass wir uns während der Tour vielleicht etwas besser kennen lernen und uns besser vertragen.
Es war ein wunderbarer Morgen mit einem schönen Sonnenaufgang, also hab ich nach dem Frühstück meine Route geplant und und bin losgetuckert. Ich hatte eine super Strecke die ich bis 9 Uhr auch größtenteils für mich allein hatte und perfektes Wetter dazu.



Aber irgendwie hat es wohl nicht sollen sein und in einem kleinen Dorf inmitten der UNESCO Biosphäre Entlebuch hat sich mein ATV dazu entschlossen dass es nicht mehr weiter möchte und lautstark gegen eine Weiterfahrt protestiert.
Ich hab als erstes Mal meine Optionen durchgespielt und bei meiner Versicherung angerufen die einen Pannenservice aktiviert hat. Dieser hat mir dann schon am Telefon gesagt dass er die Reparatur nicht durchführen kann sondern dass er das Fahrzeug dann morgen in eine Fachwerkstatt schleppen würde. Da ich allerdings herzlich wenig Interesse an einer horrenden schweizer Werkstattrechnung hatte, habe ich das Angebot gleich dankend abgelehnt.
Das zweite das mir in den Sinn kam war natürlich meine Familie. Da ich allerdings meinen Eltern nicht zumuten wollte für die Rettungsaktion über vier Stunden einfache Fahrt auf sich zu nehmen, habe ich direkt meinen Cousin Benni angerufen. Seine Antwort auf die Anfrage: „Ich hab kein Auto mit Anhängerkupplung, ich hab heute Abend noch was vor und ich muss morgen arbeiten – klar fahr ich 700 Kilometer um dich abzuholen!“ Schön zu wissen dass man sich auf seine Familie verlassen kann in so einer Situation.

Um die vier Stunden Wartezeit zu überbrücken die Benni benötigte um hier zu sein hab ich dann einen kleinen Spaziergang durch das Dorf gemacht, hab mich etwa eine Stunde auf eine Parkbank im Schatten gesetzt und wollte was essen gehen in einem örtlichen Restaurant. Allerdings musste ich feststellen dass das einzige Restaurant das für mich in Frage kam Betriebsferien hatte. Das andere Restaurant das geöffnet hatte ist ein Sternerestaurant in dem ein normales Gericht um die 50 Franken kostet. Die Alternative dazu die ich dann in Anspruch genommen habe war eine Schüssel Schokomüsli aus meinem Koffer. Deutlich preisbewusster und doch immer wieder gut 🙂

Nachdem wir unterwegs noch gemütlich essen waren wurde es dann doch recht spät bis wir Knittlingen erreicht hatten.
Somit geht mein voller Kudos an Benni und Agnes für die Abholung, die Rettung in der Not, die Gesellschaft auf der Heimreise. Danke! <3

Jetzt werd ich mal schauen was ich mit dem defekten Gerät anstelle und werd versuchen erstmal noch meinen Urlaub auszukosten ohne mir Stress zu machen. Schade um den Adventure-Urlaub, hätte ja auch klappen können. Nächstes Jahr dann 😉
Ich danke euch für das Interesse an meinem Reisebericht und entschuldige mich dafür dass dieser nun schon so abrupt endet. Habt eine gute Zeit!
Grüße
David

