Tag 7 – Villach

Der heutige Tag wird hauptsächlich aus Autofahren bestehen, was es schwer macht einen interessanten Blogeintrag zu verfassen. Ich werde jedoch mein möglichstes versuchen. Als wir erwachten hatten wir ein schnelles Frühstück, gingen im Restaurant nebenan aufs Klo und Dennis bekam eine Haarwäsche aus der Flasche. Und ab gings auf die Straße, erstes Zwischenziel war heute der noch 250km entfernte Supercharger in Vrgorac in Kroatien. Ja richtig gelesen, ein Supercharger! Ab diesem Punkt können wir uns wieder auf das Tesla-eigene Ladenetzwerk verlassen was die Routenplanung deutlich einfacher macht, da dies nun wieder automatisch vom Auto übernommen wird. In ganz Albanien, Kosovo, Montenegro und Bosnien Herzegowina wo wir die letzten Tage unterwegs waren, sind die Anstrengungen von Tesla, eine weltweite Abdeckung von zuverlässigen Schnellladestationen für angenehmes Langstreckenreisen zu schaffen, noch nicht angekommen. Dort gibt es momentan noch so wenige Elektrofahrzeuge, dass es allgemein nur sehr wenig öffentliche Infrastruktur fürs Laden gibt, auch wenn wir überrascht waren trotzdem mehr E-Autos zu sehen als erwartet. Gerade als Taxis sind sie wohl beliebt in den dortigen Großstädten. Für den Notfall wenn uns mal der Saft ausgegangen wäre habe ich ein Universal-Ladegerät an Bord, das ich quasi an jede Stromquelle anschließen kann. Ich zeig euch mal das Lade-Equipment, welches sich in meinem Frunk (das ist der Front Trunk, also Frontkofferraum) befindet.

Das links ist das Ladegerät, genannt Juice Booster, mit verschiedenen Adaptern für 230V Schuko und diverse CEE Dosen, dafür hab ich noch ein 10m Verlängerungskabel welches dann mit allen Adaptern verwendbar ist. Speziell für Schuko habe noch ein 25m Verlängerungskabel an Bord, und das blaue ist das Kabel für die öffentlichen Ladestationen namens Typ2-Kabel.

Die Fahrt verlief ohne besondere Ereignisse, die Straßen Montenegros, die wir morgens befuhren waren noch etwas rubbelig (Wortlaut Dennis W.), danach aber in Bosnien Herzegowina und in Kroatien waren die Autobahnen einwandfrei und es gab kaum Verkehr. Und so fuhren wir von Grenzübergang zu Grenzübergang, machten ab und zu eine Ladepause und führten viele gute Gespräche.

In Bosnien war ungewohnt viel Polizei auf den Straßen, es gab vier Verkehrskontrollen bei denen wir an zwei davon rausgewunken wurden. Die erste davon verlief ungefähr so: Ein Polizist steht auf der Straße und winkt uns mit der Kelle zu. Wir halten neben ihm an, ich lasse das Fenster runter und er sagt: Joooooowww, everything okay? Ich sage: Yes, everything allright. Er: Okay, have a nice day! Ich: You too! – Und das wars. Entspannt! Die zweite war auch nicht viel spektakulärer, und sonst lief alles wie geplant. Gegen 19 Uhr kehrten wir in Kroatien in einem Restaurant ein, wo sich Dennis eine Fleischplatte gönnte und ich sehr gute Pasta mit Trüffeln und einen Griechischen Salat mit sehr smoothem Fetakäse aß. Die Preise für Lebensmittel und Getränke sind hier natürlich deutlich günstiger als bei uns in Deutschland, das haben wir natürlich auch schon in Albanien und im Kosovo bemerkt.

Wir wechselten uns ab mit dem Fahren und würden in Slovenien etwas ausgebremst, da wir etwa 100km außerhalb der Autobahnen fuhren, unsere Route führte uns über eine Landstraße durch die bewaldeten Täler Sloveniens. Dies war eine echt schöne Route mit vielen Kurven und es gab auch kaum Verkehr, aber als wir später wieder auf der Autobahn waren, kamen nach unserem letzten Ladestopp in Ljubljana irgendwann gegen 23 Uhr an der Grenze zu Österreich vor dem Karawankentunnel in einen Stau mit etwa einer Stunde Stop and Go. Als Schlafplatz hatten wir einen Platz im Wald nahe Villach ausgesucht, welchen wir auch noch erreichen wollten. Mit uns im Stau standen hauptsächlich deutsche Urlaubsrückkehrer, eigentlich hatte sich ab der Mitte Kroatiens die Dichte der deutschen Autos auf den Straßen mit jedem Kilometer erhöht. So rollten wir langsam unserem Bett entgegen und hielten uns im Gespräch gegenseitig wach. Dort angekommen waren wir froh, nun die Augen schließen zu können. Morgen steht dann die letzte Strecke nach Hause an.

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