Der heutige Tag begann für uns mit einem Frühstück am Adriatischen Meer, dann hüpften wir ins Wasser und genossen etwa eine Stunde lang den Wellengang und das salzige Nass auf unserer Haut. Wir konnten beim ansässigen Strandcafé ein paar Wertmarken für eine warme Dusche ergattern, und somit starteten wir erfrischt und sauber in den heutigen Part der Reise.

Wir cruisten die Küste in Richtung Süden hinab mit Bari im Blick, an dessen Fährhafen heute Abend unser Schiff nach Albanien ablegen würde. Ich möchte an dieser Stelle noch ein paar Worte zum italienischen Straßensystem verlieren – dort gibt es die Autobahnen „Autostrada“, die Schnellstraßen „Strada statale“ und die Bundesstraßen „Strada provinciale“. Der Unterschied zwischen der Autostrada und der Strada statale besteht eigentlich nur aus der unterschiedlichen Qualität des Fahrbahnbelags und natürlich der Mautpflicht. Uns ist es vorgekommen dass die Autostrada aufhört und in eine Strada statale übergeht, sich aber nichts verändert außer dass der Fahrbahnbelag plötzlich rissig und mit Fugen übersät ist und an manchen Stellen zu einem Flickenteppich wird, der die Stoßdämpfer des Tesla zum schwitzen bringt. Für diesen Abschnitt werden dann natürlich keine Mautgebühren erhoben, aber man kommt nicht umhin sich zu wundern wie das zustande kommt.

Generell ist die Qualität der Straßen die wir befahren aber ganz ordentlich, das wird sich natürlich ändern wenn wir die Fähre verlassen und unsere Räder über den Albanischen Straßenbelag rolllen. Ansonsten verging die Fahrt ganz entspannt, der Autopilot des Tesla chauffierte uns elegant über die Autostrada und wir hatten zwei Ladepausen mit einem sehr interessanten Gespräch mit einem anderen Teslafahrer, der seit Jahren eine große Tesla-Community in Frankreich leitet und jetzt mit seiner Familie im Model S nach Sizilien in den Urlaub fährt.
In Bari angekommen suchten wir einen Supermarkt auf, um uns nochmals mit Wasser und italienischen Keksen auszustatten – Kekse können sie, die Italiener! So sieht übrigens ein typisches Keksregal in einem mittelgroßen italienischen Supermarkt aus:

Nach dem Einkauf fuhren wir zum Hafen um schonmal einzuchecken, holten uns unsere Tickets und wurden von den Parkeinweisern ans andere Ende des Hafens geschickt, weil wir nochmal raus wollten um etwas zu essen. Dort angekommen wurden wir allerdings an der Schranke von der Finanzbehörde aufgehalten und wieder zurück geschickt, obwohl uns vorher jeder gesagt hatte dass das der Ausgang in die Stadt sei. Aaaalso fuhren wir den ganzen Weg wieder zurück, nahmen den richtigen Ausgang und parkten wieder in Hafennähe. Da sah ich auf der Karte des Navis schon dass sich Baris Altstadt als ein Netz verwinkelter kleiner Gassen ausgestaltete, durch das wir sodann schlenderten. Und da entpuppte sich das unscheinbare Bari als eine hervorragende Stadt, deren relativ ruhige und schön gestaltete Altstadt sich gut einfügt in das umliegende Bild mit Hafen und Fußgängerzone.


Es ist nicht zu voll, es gibt viele kleine Restaurants und diese Woche findet ein Klavierfestival statt, bei dem jeden Abend ein anderer Virtuose auftritt. Unterwegs hoben wir noch Bargeld ab, da wir uns mittlerweile nicht mal mehr eine Flasche Wasser hätten kaufen können, selbst wenn wir zusammengelegt hätten. Und in Albanien wird man nicht mehr überall mit Karte bezahlen können, wenn überhaupt irgendwo. Nach einem kurzen Abstecher in den Bialetti-Store fanden wir schließlich ein feines Restaurant und nach dem Essen mussten wir das charmante Ambiente der Barischen Altstadt leider wieder hinter uns lassen.


Also zurück zum Auto und ab Richtung Fährterminal, wo unsere Fähre, die Rigel III, um 23 Uhr ablegen sollte. Wir kamen gegen 22 Uhr dort an und durften direkt auf die Fähre fahren, wo direkt hinter uns tatsächlich auch die Laderampen hochgezogen wurden, da wir anscheinend die letzten waren, die an Bord gingen. Nach dem Check-In an der Rezeption wurde uns unser Zimmer gezeigt, wir gingen jedoch erstmal aufs Oberdeck um das ablegen miterleben zu können. Und um 22:25 Uhr hieß es dann auch schon Leinen los und wir ließen den Hafen hinter uns.



Ich hatte übrigens nicht richtig bedacht dass wir ja auf dem Wasser kein Internet haben, deshalb kommt dieser Blogeintrag nun mit etwas Verspätung schon aus dem albanischen Netz zu euch geflattert.
