Tag 3 – Scerne

Heute konnten wir wieder schön ausschlafen, und ich entdeckte beim Frühstück mit Meerblick eine Ameisenstraße und beobachtete das fleißige Volk bei der Schwerstarbeit, während ich mein Müsli aß. Dabei sinnierten wir über unseren Tagesplan, welcher zu diesem Zeitpunkt nur aus der Idee bestand, Rom zu besuchen. Dabei kam uns die glorreiche Idee dass wir ja auch mal das Fortbewegungsmittel #1 in Italien ausprobieren könnten – die Vespa! Also schnell online einen Vermieter in Rom gefunden, direkt gebucht und ab gings auf die Straße Richtung Hauptstadt. Auf dem Weg hörten wir zur Einstimmung Folge 66 der drei ???, in der sich das Detektiv-Trio auch in Rom umtreibt. Wir fuhren direkt zur Rollervermietung, nahmen unsere Gefährte in Empfang und ab gings auf zwei Rädern die alten Straßen und Gassen erkunden.

Wer von euch schonmal in Rom war und dort am Verkehr teilgenommen hat, denkt sich jetzt wahrscheinlich dass wir den Verstand verloren haben, und das nicht ganz zu Unrecht. Es existieren zwar sicher auch auf den Straßen Roms irgendwelche Verkehrsregeln, allerdings scheint es eher eine Interpretationssache jedes einzelnen zu sein, was für wen in welcher Situation gilt. Also kann man als Neuling in diesem System eigentlich nur so unauffällig wie möglich versuchen das zu tun, was auch alle anderen machen. Und irgendwie versucht man dann auch noch ohne Navi ein Ziel zu erreichen, in dem verwirrenden Wechsel aus Einbahnstraßen, fünfspurigen Straßen ohne jede Markierung und jeder Menge Sperrzonen in die man nicht fahren darf. Während wir also dabei Spaß hatten nicht zu sterben kamen wir ganz gut in der Stadt herum, statteten dem Kolosseum einen Besuch ab, fuhren durch so manchen Tunnel unter der Stadt, grüßten den Papst auf dem Petersplatz und aßen selbstverständlich eine riesige Portion Gelato.

Als wir gerade auf dem Rückweg zu unseren mobilen Untersätzen über die Brücke vor der Engelsburg spazierten, fing es an zu regnen, erst sachte, dann mittelsachte und dann auch so überhaupt nicht mehr sachte. Mit lautem Donner zog ein Gewitter über Rom, die Straßen waren plötzlich menschenleer, jeder versuchte unter irgendeinem Gerüst, in einem Hauseingang oder unter einem der Kioskstände ein trockenes Plätzchen zu ergattern. Wir suchten erst Schutz unter einem Baum, dieser war allerdings schon nach kurzer Zeit nicht mehr in der Lage die Wassermassen davon abzuhalten, sich den Weg zu uns zu bahnten. Also rannten wir auf die andere Straßenseite unter den Pavillon eines dort befindlichen Cafés, wo wir den Rest des Wolkenbruchs ausharren konnten. Nach einiger Zeit konnten wir weiter und beschlossen noch eine Abschlussrunde zu drehen bis wir die Vespas wieder abgeben mussten. Unterwegs fanden wir noch einen Park im dem wir nochmals abstiegen und dort ein wenig flanierten, die Bäume und Palmen bestaunten (…sind Palmen nicht auch Bäume? – egal…) und ein paar illegale Manöver mit den Vespas später waren wir dann auch schon wieder am Ausgangspunkt und gaben die italienischen Wespen wieder ab. Wir beschlossen dann weiterzuziehen und in der Nähe unseres Schlafplatzes etwas essen zu gehen, welcher sich auf der entgegengesetzten Seite des Landes befand. Somit durchquerten wir ganz Italien einmal auf der Ost-West Achse, was in etwa 200km Wegstrecke sind. Dennis hatte ein Restaurant ausgesucht dessen Internetauftritt in Design und Anmutung der Apple-Webseite nahekam, weshalb wir erst Angst hatten dass das Etablissement und unser Geldbeutel nicht kompatibel sein könnten. Diese Angst stellte sich jedoch als unbegründet heraus und das Restaurant entpuppte sich als schick eingerichtete, mit hochkompetentem Personal ausstaffierte Einrichtung mit sehr erträglichen Preisen und sehr leckerer Pizza. Auch unser Schlafplatz stellte sich als gut ausgestattet heraus mit Strandzugang, WCs und Duschen, also haben wir auch heute wieder die richtige Wahl getroffen was das angeht. Auch heute steht neben uns wieder ein VW Multivan mit Dachzelt, dessen Fahrer uns zähneputzend am Strand entgegenläuft.

Und so sehe ich ich heute beim schreiben des Blogs aus:

Und somit verabschiede ich mich für heute und freue mich darauf, euch morgen Abend von der Fähre aus schreiben zu können.

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