Tag Neunzehn ¦ Schweden – Röfors

Heute klingelte um 8 Uhr der Wecker, denn nach dem Frühstück am See fuhren wir ein Stück weiter ins Dörfchen Gränsfors, wo heute eine Besichtigung einer Schmiede auf dem Plan stand. Gränsfors Bruk stellt traditionelle, von Hand gesenkgeschmiedete Äxte her und auf dem Gelände gibt es neben der Schmiede mit Werksverkauf auch ein Axtmuseum, ein Restaurant und eine Blumentopffabrik.

Nach unserer Ankunft um 9:30 Uhr nahm uns Jessica im Empfang, die uns dann einmal durch den gesamten Prozess der Entstehung einer Axt bei Gränsfors Bruk führte. Zuerst sahen wir das Schmieden aus dem Rohmaterial, das auf neun elektrisch betriebenen Gesenkschmieden stattfindet, die älteste davon aus dem Jahr 1913. Dann das Vorschleifen, das Härten, den Bruchtest per Hammerschlag als Qualitätskontrolle und schließlich das Fertigschleifen und Polieren des Axtblattes. Dann folgte das Anfügen des Axtgriffs aus Hickory-Holz und schließlich das Verpacken für den Versand. Die Äxte sind weltweit beliebt und es gibt ein breites Angebot sowohl für Outdoor und Survival, aber auch Fälläxte und spezielle Formen für Schreiner und für den Blockhausbau. Jede Axt die hier produziert wird, bekommt einen Stempel mit dem Wappen der Firma und mit den Initialen des Schmiedes, der das Axtblatt hergestellt hat. Falls man seine Axt mitbringt wird sie jederzeit kostenlos nachgeschliffen und bei richtigem Schleifen sollte sie eine Lebensdauer von etwa 150 Jahren haben.

Die Schmiede
Die fertigen Produkte

Nach der geführten Tour, bei der wir die einzigen beiden Gäste waren, konnten wir nochmals auf eigene Faust durch den Betrieb schlendern und hatten Zeit um nochmal alles genau anzusehen. Dann konnten wir im Aussenbereich ein wenig Axtwerfen, was ein paar Anläufe benötigte bis die Axt stecken blieb, aber dann ganz gut klappte. Selbstverständlich kam ich nun nicht mehr umhin, mir auch eine Axt zu kaufen. Bisher waren mir diese immer zu teuer, aber hier gab es eine Kiste mit Äxten 2. Wahl, die vielleicht einen kleinen Schönheitsfehler haben und hier für die Hälfte des eigentlichen Preises verkauft werden. Die Wahl fiel auf das Wildmarksbeil, das meiner Meinung nach die richtige Balance aus Handlichkeit und Versatilität darstellt. Anschließend warfen wir noch einen Blick ins Axtmuseum, wo über 2000 Äxte und Axtköpfe aus allen Epochen und aus aller Welt zu sehen sind.

Versuch #374

Das Axtmuseum

Auf der Toilette des Museums entdeckten wir eine Dusche, und weil nicht viel los war nutzen wir die Chance und duschten dort, auch wenn wir uns nicht ganz sicher waren ob das erwünscht war. Hat aber geklappt und auf dem Rückweg zum Auto liefen wir noch am Restaurant vorbei, das auch als Betriebskantine dient und sahen ganz erstaunt, dass es dort ein Buffet für knapp 13€ gab. Das konnten wir kaum glauben, aber es stellte sich heraus dass es ein kleines, aber feines Buffet war und sogar Getränke und Kaffee mit Keksen inbegriffen war. Also langten wir ordentlich zu und füllten unsere Mägen, genossen das WLAN und die heute wieder scheinende Sonne.

Mit guter Laune ging es dann gegen 13 Uhr auf die Straße und nach gut 500 Kilometern mit zwei Zwischenstopps und einem abendlichen Snack kamen wir schließlich an unseren Nachtplatz. Heute stehen wir an einem weiteren der rund 96.000 Seen Schwedens mitten im Wald auf einem Parkplatz. Das Muster, dass sich auf jedem Parkplatz Skandinaviens mindestens ein deutscher Camper befindet, setzt sich auch hier fort.

Morgen geht’s weiter bis nach Göteborg.

Bis dahin.

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