Tag Zwölf ¦ Norwegen – Tromsø

Am heutigen Morgen sind wir nach dem Ausschlafen ein paar hundert Meter an den Fluss Goahtemurjohka gelaufen, haben dort unser Frühstück gemacht und uns dann noch in das kühle Nass gestürzt und uns gewaschen. Es ist immer wieder ein herrliches Gefühl, nackt im eiskalten Wasser zu baden und zu spüren, wie es den Körper belebt und die Durchblutung anregt. Und das bei absolut klarem, sauberem Wasser.

Auf dem Weg zum Fluss liefen wir nochmal durch den halb abgestorbenen Birkenwald und fragten uns, was den wohl so zugerichtet hat. Nach kurzer Recherche schien hier wohl vor einigen Jahren ein Schädling am Werk gewesen zu sein, nämlich die Laubraupe Løvmark. Die entwickelt sich hier immer mehr zum Problem, denn sie stirbt in der kalten Jahreszeit nicht mehr ab, weil die Winter durch den Klimawandel in den letzten Jahren zu milde geworden sind. So sind immer mehr Wälder davon befallen und der Schädling breitet sich aus.

Erfrischung am Morgen

Nach der Abkühlung setzten wir uns ins Auto und fuhren los. Ziel war es, heute Tromsø zu erreichen. Dazu hatten wir uns eine Strecke ausgesucht, die zwei kurze Fährverbindungen beinhaltete und uns direkt an den Lyngenalpen vorbeiführte. Diese imposante, gletscherbedeckte Gebirgskette begleitete uns den Tag über und war mit ihren bis zu 1800m hohen Gipfeln eine willkommene Abwechslung zur Aussicht der letzten Tage. Das Wetter war herrlich und es hatte heute 27 Grad, was für diese Breitengrade im August absolut ungewöhnlich ist. Bisher hatten wir auf dem gesamten Trip perfektes Wetter und würden uns freuen, wenn das zumindest für die Lofoten die nächsten Tage so bleibt.

Mit einem Supercharger-Stop und einer Einkaufs-Pause mit Baguette-Einverleibung auf dem Weg erreichten wir dann den Fähranleger in Olderdalen. Nach einer Viertelstunde kam auch schon die Fähre, die uns innerhalb von 40 Minuten über den Fjord brachte. Dann fuhren wir etwa 20 Minuten über Land und kamen an den nächsten Fähranleger, wo wir der gerade abgelegten Fähre hinterherwinken konnten. Und das obwohl beide Fähren pünktlich nach Plan gefahren waren und wir uns auf der Zwischenstrecke genau ans Geschwindigkeitslimit gehalten hatten. Das könnte man also auch besser takten auf Seiten der Fährgesellschaft. Naja dann hieß es also eine Stunde warten bis zur nächsten Fähre und als diese dann anlegte und wir aufgefahren waren, stellten wir schnell fest, dass die Ibestad eine der mittlerweile vielen rein elektrisch betriebenen Fähren Norwegens ist. So ganz ohne Abgase und Vibrationen und im Vergleich zur vorigen war diese hier deutlich leiser unterwegs.

Fähren sind toll

So glitten wir übers Wasser in Richtung Breidvik und dort angekommen, war es noch etwa eine Stunde bis Tromsø, wo wir dann gegen 21 Uhr eintrafen. Wir suchten uns einen Parkplatz nahe der Innenstadt und liefen den Rest des Weges zu unserem Ziel: Der nördlichste McDonalds der Welt. Als Dennis das ursprünglich als Zwischenstopp vorgeschlagen hatte, war ich nicht sehr angetan von der Idee, aber letzten Endes war es eine schöne Sache und die Route dorthin war sehr malerisch.

Der nördlichste McDonalds der Welt
Bibliothek Tromsø

Nachdem wir dort zu Abend gegessen und das WLAN genossen hatten, statteten wir noch kurz dem nördlichsten Burger King der Welt einen Besuch ab, der sich nur ein paar Meter weiter befand. Der war aber nur halb so cool wie der McDonalds und so zogen wir wieder ab.

Wieder im Auto suchten wir nach einem Schlafplatz und hatten Probleme, einen wirklich geeigneten in der Nähe zu finden. Daher fuhren wir wieder eine halbe Stunde heraus aus der Stadt an der Küste entlang und wurden schließlich dank Park4Night in einem Waldstück fündig. Zu dem Parkplatz führte ein unbefestigter, enger Weg. Den konnten wir mit dem Tesla nicht ganz entlang fahren, da wir in der Mitte auf dem Boden aufsetzen. Ich blieb somit in einer Ausweichbucht stehen und Dennis schlug sein Zelt ein Stück weiter drin im Wald auf.

Der Weg zum heutigen Nachtplatz

Morgen wollen wir auf den Lofoten ankommen.

Bis dahin.

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