Als wir an diesem Morgen erwachen, ist es das erste Mal auf dem Trip so richtig bewölkt und es fängt gerade an zu tröpfeln. Deshalb bauen wir schnell Dennis‘ Zelt ab, damit es nicht zu nass wird. Mit uns auf dem Parkplatz steht mal wieder ein deutscher Van, dessen Besitzerin gerade ihre drei Hunde ausführt und wir wechseln noch ein paar Worte mit ihr. Dann kochen wir unseren Kaffee, aber als wir unser Müsli essen wollen stellen wir fest, dass wir keine Milch mehr haben. Und das, obwohl wir gestern eigentlich erst drei Liter gekauft haben! Oder vielleicht eher kaufen wollten, denn offensichtlich haben wir die drei Tetrapaks irgendwo im Laden stehen lassen. Zum Glück hatten wir noch Muffins, die dann jetzt zum Frühstück herhalten mussten.
Als wir uns dann auf den Weg machten, fing es an richtig zu regnen und so fuhren wir durch den Regen. Nach einiger Zeit kamen wir an einen Supercharger und luden einmal voll, bevor es weiter ging. Je weiter südlich wir kamen, desto mehr Elektroautos bekamen wir zu Gesicht und die Landschaft wurde immer bergiger. Nach einem zweiten Ladestopp machten wir noch an einem Supermarkt halt, wo wir etwas zum Mittagessen kaufen wollten. Da hier alles ziemlich teuer ist waren wir die letzten Tage auf der Suche nach etwas gehaltvollem, günstigem, was man leicht zwischendrin essen konnte und was einen nicht arm macht. Um mal ein Beispiel zu geben: Gestern haben wir im Supermarkt zwei belegte Baguettes gekauft und dafür 17€ bezahlt. Heute machte ich jedoch im Kühlregal eine Entdeckung, die alles veränderte: Kartoffelsalat. 700g. Für 1,20€. Voller Freude über diese Entdeckung packten wir noch eine Dose Fisch für Dennis und einen Dreierpack „Brötchen“ ein (richtige Brötchen gibt’s hier nicht) und natürlich die Milch. Der Kartoffelsalat stellte sich als eine Mischung aus Kartoffelbrei mit Stücken und Lauch heraus, was ziemlich lecker war.

Im Laufe der Strecke wurde das Wetter zwischendurch wieder besser, die Temperaturen waren heute zwischen 15 und 20 Grad. Wir folgten der Europastraße E6 und bogen irgendwann auf die E10 ab, der Kong Olav Vs vei, der Straße des König Olaf V. Diese führt einmal die ganzen Inselgruppe entlang und nach kurzer Zeit überquerten wir die Raftsundbrücke, die den offiziellen Start der Lofoten markiert. Dann entschieden wir uns dazu, die Hauptstraße zu verlassen und fuhren ein Stück an der Küste entlang, wo die Landschaft eine wunderbare Mischung aus Sandstränden, grünen Wiesen, Wäldern und Bergen im Hintergrund darstellte. Absolut malerisch und auf der Nebenstraße waren wir ganz allein unterwegs.



Allerdings fing es jetzt wieder an zu regnen und die Sicht auf das türkisblaue Wasser war somit etwas getrübt. Nach einigen Kilometern suchten wir uns einen Parkplatz zum Schlafen und kochten noch eine Portion Gnocci mit Tomatensoße, bevor wir uns schlafen legten. Hier wird es jetzt übrigens wieder um 22 Uhr dunkel.
Hoffen wir mal, dass morgen das Wetter wieder besser wird.
Bis dahin.
