Tag 1 – La Spezia

Der Tag beginnt für uns beide unterschiedlich früh. Dennis fährt mit seiner Freundin Tamara in Dunkelheit und Nebel um 6 Uhr morgens los, um pünktlich um 12 am vereinbarten Treffpunkt in Trient sein zu können. Ich hingegen konnte meine letzte Nachtruhe in einem festen Bett noch eine Weile länger in der Ferienwohnung genießen. Gegen sieben Uhr plärrte mich der Wecker dann aber auch wach und als ich die Vorhänge beiseite zog, grüßte mich schon die italienische Morgensonne. Wir genossen noch ein gemeinsames Frühstück am großen Esstisch, starteten eine letzte Aufräumaktion um das Haus in einem ordentlichen Zustand zu verlassen und dann kam es auch schon zum Abschied von meinem Cousin Benni und seiner Freundin Agnes, die früher zu Hause sein wollten und um kurz nach acht die Heimreise antritten. Die verbliebenen in Form von Kai, Lisa und mir (Team Fiesta) blieben noch etwas im Haus um ca. um 9:30 Uhr loszufahren. Da meldeten sich auch schon Tamara & Dennis (Team Tesla) telefonisch um eine Verschiebung des Zeitplans anzukündigen, da sich die Verkehrssituation auf der Autostrada zunehmend anspannte. Angekommen in Trient beschloss also Team Fiesta sich in die Innenstadt zu begeben und einen Park aufzusuchen, einen Kaffee zu trinken und ein Gelato zu verspeisen, um die Zeit zu überbrücken, die Team Tesla noch auf der Straße benötigte.

Die Zeit verflog flott und als der Anruf von Dennis kam, der das erreichen des Ziels ankündigte, waren wir auch schon wieder vor Ort in der Tiefgarage um die beiden zu empfangen. Das Wechselspiel war schnell vollzogen: Ich stieg um zu Dennis, der meinen Tesla in der vergangenen Woche gefahren war, und Tamara wechselte in das Team Fiesta, das die Heimreise nach Deutschland anstrebte.

Vereint fuhren Dennis und ich den nächstgelegenen Supercharger an, um Strom zu tanken für die nächste Etappe – flott ging es weiter, zuerst verkehrsbedingt langsam über eine Bundesstraße und nach einem kurzen Einkauf dann schneller über die Autobahn in Richtung Verona. Eine Ladepause später kehrten wir in einer Pizzeria ein, um auch unser digestives System wieder zu laden.

Gegen 22:30 Uhr traten wir gut gesättigt die letzte Etappe an, mit der salzdurchsetzten Küstenluft als Endziel. Diese führte uns über einen vermutlich landschaftlich exzellent anzuschauenden Autobahnabschnitt… Allerdings nur vermutlich, da sich dies in der nächtlichen Dunkelheit nur erahnen ließ. Dutzende Kurven, Brücken und Tunnel führten unsere vier Räder am Ende bis nach La Spezia, einer schön gelegenen Bucht. Dort erkundeten wir noch den Pier und das örtliche Nightlife, bevor wir uns auf die abenteuerliche Fahrt zum Schlafplatz machten.

Der Plan war, am Forte del Muzzerone zu campen, einer Festungsanlage aus Vorkriegszeiten. Diese liegt am Ende der Landzunge und ist über eine kleine kurvige Straße zu erreichen. Am Ende wurden die Straßen immer enger, die Schlaglöcher immer tiefer und die Überreste des Sturms, der hier diese Woche durchzog, immer mehr. Plötzlich, eine Kurve vor dem Fort, standen wir vor einem umgestürzten Baum, der es sich auf der Straße gemütlich gemacht hatte.

Also hieß es Rückfahrkamera putzen, um die gut 250m bis zur nächsten Wendemöglichkeit wieder retour fahren zu können. Dort ergriffen wir direkt die Möglichkeit und parkten uns neben einen deutschen Darmstädter Landsmann. Mittlerweile ist es 3 Uhr und wir beide freuen uns nun auf eine geruhsame Nacht.

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