Tag 8 – Knittlingen

Wir wollten heute frühzeitig loskommen, daher klingelte der Wecker bereits um 7 Uhr. Mit einiger Überwindung schlüpften wir aus dem kuscheligen Nest, das wir uns nun die letzten sieben Nächte geteilt hatten und waren überrascht, das erste Mal seit etwa zwei Wochen so etwas wie kühle Luft zu spüren. In dem schattigen Wäldchen, in dem wir auf dem Parkplatz eines Kletterparks genächtigt hatten, hatte es etwa 20 Grad. Dies stand ganz im Gegensatz zu den Temperaturen der letzten Tage, wo es auch nachts mindestens 26 Grad hatte und tagsüber auch mal 37 Grad erreicht wurden.

Nach kurzem Frühstück und Zähne putzen fuhren wir los in Richtung des Superchargers in Villach, welchen wir nach wenigen Minuten bereits erreichten. Dort luden wir genug Strom, um die nächste Etappe bis Bernau am Chiemsee bewältigen zu können. Auf dem Weg dorthin kamen wir nochmals in einen kurzen Stop and Go Verkehr, welcher uns etwa eine halbe Stunde kostete.

Während wir dann in Bernau luden, bauten wir das Auto wieder in seinen Normalzustand zurück und räumten unseren Kram auf. Um einen angenehmeren Schlafkomfort zu erzielen, hatten wir ja die Rücksitzbank herausgenommen, so dass die Rückenlehnen beim umlegen eine ebene Fläche ergeben. Nun konnten wir also die Matratze zusammenklappen, die Rückenlehnen wieder senkrecht stellen, die Rücksitzbank einbauen und das ganze Gepäck im Kofferraum verstauen. Die Matratze die wir verwendeten ist speziell für den Tesla gemacht und hat ihren Platz in einem großen Staufach unter dem Kofferraum, wo sie immer parat ist für eine spontane Übernachtung. Während dieser Aufräumaktion füllte sich der Akku stetig, und bis wir damit fertig waren konnten wir auch direkt weiter fahren. Als nächste und letzte Pause vor der Heimat hatten wir den Sortimo Innovationspark Zusmarshausen ausgesucht, den momentan größten Ladepark Europas. Dort gibt es aktuell in der ersten Ausbaustufe 72 Ladesäulen mit verschiedenen Geschwindigkeiten, und in weiteren Stufen können bis zu 144 Ladeplätze entstehen. Da nun Mittagszeit war beschlossen wir dort etwas zu essen, im Erdgeschoss gibt es eine Bäckerei und einen großen Restaursntbereich wo wir uns versorgten. Und während wir unsere Energie wieder aufluden, gönnte sich auch das Auto nochmal eine Portion Ökostrom um uns danach die letzte Etappe nach Hause zu bringen.

Gerade als wir fertig gegessen hatten fing es an zu regnen und das tat es dann den restlichen Heimweg über immer wieder, was im übrigen das erste Mal auf dem gesamten Trip war, dass es regnete. Auf der A8 war viel los, es gab immer wieder stockenden Verkehr aber der Autopilot und Dennis hinter dem Steuer regelten das wunderbar. Auf den letzten Kilometern freuten wir uns, dass wir nun wieder in der Heimat waren und ließen die Reise nochmals Revue passieren. Wir schätzen es sehr, in einer Welt zu leben in der man sich einfach ins Auto setzen kann und ohne Probleme tausende Kilometer damit reisen kann, ohne auf Schwierigkeiten zu treffen. Wir haben auf unserer exakt 3500km langen Reise insgesamt acht Staaten besucht und diese Freiheit ist ein hohes Gut, das wir hoffentlich schaffen uns zu bewahren. Wir haben viel neues gesehen, einige Dinge zum ersten Mal erlebt und hatten einfach eine gute gemeinsame Zeit.

Wir sind gut miteinander ausgekommen und haben es geschafft uns nicht gegenseitig auf die Nerven zu gehen, was bei so langer gemeinsamer Zeit ein Zeichen für gute Kompatibilität ist und unsere Freundschaft definitiv weiter gefestigt hat.

Wir danken euch, dass ihr unsere Reise hier verfolgt habt und wünschen euch viel Spaß und Abenteuerlustigkeit bei euren eigenen Reisen!

Dennis & David

PS: In den nächsten Tagen gibt es nochmal ein paar Bilder von der Reise, wenn die Bilder von Dennis‘ Kamera ausgewertet sind und einen Post mit ein paar Statistiken der Reise wie den Ladekosten.

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